Erste lange Lesenacht Wörterschmaus im Bueraner Gotteshaus


pm Buer. Vorlesen und zuhören hieß die Devise zur ersten langen Lesenacht in der Bueraner Martinikirche von Samstagabend bis in den Sonntag hinein. Ein Orgateam um den Bueraner Bernd Thye hatte das Event unter dem Dach der LiteraBuer aus der Taufe gehoben.

Noch geschmückt vom Erntedankfest und stimmungsvoll mit Bioethonalkaminen beleuchtet, bot die Kirche eine eindrucksvolle Kulisse für die 18 Vorleser, die sich zu dieser langen Nacht angemeldet hatten, von denen 17 anreisten.

Das Vorleseprogramm gestaltete sich ganz von alleine als eine bunte Mischung aus sehr persönlichen selbst erdachten Geschichten und Gedichten über eine Lesung aus der Bibel bis hin zu Texten großer Literaten. Mit „Wörterschmaus im Gotteshaus“ hatte Bernd Thye die Veranstaltung noch kurzfristig über die sozialen Medien beworben.

Hans-Jürgen Poskowsky, der erste Vorleser, der sich auch als Erster begeistert für die lange Lesenacht angemeldet hatte, begann den Abend mit einer Geschichte von Heinrich Böll. Plattdeutsche Verse folgten, für die Karl-Heinz Aschermann viel Applaus erhielt. Und dann hörten die Anwesenden Texte von Waltraud Weber aus ihrem Buch „Rosentau“, einem Mutmachbuch, einen Bibeltext von Karl-Heinz Heller und einen Brief von Gott sowie Verse von Regina Heller.

Siegried Labjuhn hatte Gedichte mitgebracht, Heidi Brüggemeyer las aus dem „Leben eines Narren im Grönegau“ und Dorothée Meyer Texte von Elena Ferrante und Sasa Stanisic. Textimpulse zu Liebe, Glück und Angst las Marion Redecker und „Nachdenkliches“ Nadine Estibalez.

Öznur Ilter hatte selbstverfasste Gedanken zum Thema „Wir haben es gut in Deutschland“ mitgebracht, Beate Kübler-Lömm Poesie und Gebete. Uwe Uecker las eigene Kurzgeschichten und Gedichte und Dieter Finke-Gröne eine Geschichte von Wilhelm Fredemann, dem Heimatdichter. Conny Rutsch bereicherte eine längere Lesepause mit Orgelmusik, bevor sie nach Mitternacht selbst aus ihrem neuen Buch über das Osnabrück der 40-er und 50-er Jahre vortrug.

Daniel Griefahn berührte die Zuhörer zu später Stunde mit einem sehr persönlichen und in vielen Passagen frei gesprochenem Gedicht. Mit ironischen und lustigen Versen beendete Bernd Thye nach vielen Stunden die erste lange Lesenacht.

Die bunte Mischung kam bei den etwa 50 Zuhörern, die sich zu Beginn einfanden, gut an. Zwischendurch hatten die Interessierten, von denen etliche bis zum Schluss blieben, die Möglichkeit, sich an einer Feuerschale vor der Kirchentür über das Gehörte auszutauschen und sich an von Tina Vogt aus Eicken frisch gebackenem Pickert, Kaffee oder heißem Apfelsaft zu laben.

Auch wenn nicht jeder Leser darin geübt ist, am Mikrofon zu lesen und die Einstellung der Anlage mit Anfangsschwierigkeiten behaftet war, kann die erste lange Lesenacht durchaus als Erfolg bezeichnet werden. Damit wurde der Mut der Organisatoren, etwas Neues in Buer auf die Beine zu stellen, belohnt.