Bettenhaus Lamker steigt ein Comedy im Bett: Konzept startet in Melle mit „Der Obel“

Voll in seinem Element: Der Obel. Foto: Malte BuschVoll in seinem Element: Der Obel. Foto: Malte Busch

Melle. Comedy im Bett – was sich zunächst schläfrig anhören mag, ist im Gegenteil ein ziemlich aufregendes Comedy-Konzept, in das jetzt auch das Meller Bettenhaus Lamker in Melle eingestiegen ist.

2012 wurde das Konzept, ähnlich dem bekannten Fernsehformat „nightwash“, in Wuppertal gestartet. Seitdem touren bekannte Kabarettisten und Comedians durch die Bettenhäuser der Republik. Die Zuschauer können sich dabei zwischen normalen Sitzplätzen oder den ausgestellten Betten als Sitz- besser Liegegelegenheiten - entscheiden.

Für den Meller Einstieg konnte sich die Familie Kuhr, Inhaber von Betten Lamker, den Comedian „Der Obel“ ins Haus holen.

Viele Songparodien

Obel ist ein Comedian, dessen Stärken vor allem die Imitation und der Gesang sind. Dies bewies er in zahlreichen Songparodien wie „Alles nur gekauft“ von Franz „dem Kaiser“ Beckenbauer, der Ode an sich selbst von Wladimir Putin mit der Melodie von „Dschinghis Khan“ oder „Ahnungslos durch die Macht“ von Angela Merkel mit Gastanteilen von Helmut Kohl und Gerhard Schröder. Weiterhin mimte Andreas Oberich, wie er im echten Leben heißt, eine exklusive Pressekonferenz Giovanni Trappatonis zur Lage des VfL Osnabrück oder die eher absurde Odyssee Peter Maffays nach Australien.

Zuschauer sprachen mit

Doch auch gewohnte Stand-Up-Comedy fehlte an diesem Abend nicht. Neben dem großen Themenblock „Fußball“, in den auch Beckenbauer und Trappatoni fielen, sprach der Obel auch über seine Familie, bestehend aus „Blagen wie diesen“, wie es im Song der Toten Hosen heißt und einer Ehefrau, die den Ehemann für einen IKEA-Besuch aus dem Fußballprogramm reißt. Zugegeben, keine höchstoriginellen Themen, doch bis auf die Ausgangssituationen verzichtete der Obel auf jegliches Spiel mit weiteren Klischees, das Spiel mit der Sprache sagte ihm viel eher zu, genauso wie Spontanität und Zuschauerinteraktion. Oft vervollständigten Zuschauer die Sätze des Comedians, der nur gerade seine Kunstpause zelebrierte. Doch anstatt genervt zu reagieren, baute er diese entstandenen „Insider“ einfach in sein Programm mit ein oder enttarnte das beinahe Umfallen seines Soundboards während seines Grußsongs an die NSA und den BND direkt als Hardware-Hackangriff.

Fortsetzung geplant

So entstand im Bettenhaus Lamker eine Stimmung gemischt aus der intelligenten Absurdität des Künstlers, des kleinen familiären Raumes und der Gemütlichkeit der Betten, die sich nächstes Jahr mit dem Musikkabarettisten Matthias Reuter höchstwahrscheinlich fortsetzen wird.


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