Auftritt in der „Insel der Künste“ Jaywalq Acoustic Quartet glänzt in Melle

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Volle Insel: Das „Jaywalq Arcoustic Quartet“ spielte in gemütlicher Atmosphäre. Foto. Malte BuschVolle Insel: Das „Jaywalq Arcoustic Quartet“ spielte in gemütlicher Atmosphäre. Foto. Malte Busch

busm Melle. Mit Jazz assoziiert man zunächst Entertainer wie Frank Sinatra mit Klassikern wie „Fly me to the Moon“. Doch Jazz ist nicht gleich Jazz, und das zeigte das „Jaywalq Acoustic Quartet“ in der Insel der Künste auf höchst mitreißende Art und Weise.

Mit zunächst einigen Stücken mit unüberhörbaren Einflüssen aus der orientalischen oder brasilianischen Musik starteten die vier Musiker aus Melle und Bad Essen ihr abendliches Konzert. „Bazar“, „Stolen from Brazil“ oder „Blue Bossa“ hießen die Titel.

Ausgewogene Mischung

Darunter eine ausgewogene Mischung aus unbekannteren Stücken, Jazz-Standards wie „Black Orpheus“ und, eine große Besonderheit, Eigenkompositionen des Bassisten Claus Leffler.

Mit oft sehr experimentellen, sphärischen Intros durch flächige Klänge von der Gitarre und Griffen in die Effekttrickkiste im Schlagzeug leitete die Combo ihre Titel ein, die sich dann schnell aber organisch von diesem Charakter lösten und zum Mitschnipsen und Füße wackeln einluden.

Gespickt waren die Stücke mit zahlreichen Soli des Saxophonisten Stefan Bonhaus und Gitarristen Gerhard Bohrenkämper. Doch auch Bassist Claus Leffler und Schlagzeuger Stefan Trippe durften zwischendurch ebenso technisch und kreativ überzeugen.

Gute Resonanz

Je weiter das Programm, durch das Gerhard Bohrenkämper führte, in den Abend hineinreichte, desto mehr entfernte sich das Quartett von den folklorischen Einflüssen hin zu den „bekannteren“ Jazz-Klängen und –Standards wie „Autumn Leaves“. Ein besonderes Schmankerl des Abends war ein Song aus den Anfängen des Musikers Sting: „Moon over Bourbon Street“. Hier konnten Gerhard Bohrenkämper als Sting- und Stefan Bonhaus als Branford Marsalis-Ersatz durchaus überzeugen.

Mit zwei Zugaben beendeten die lokalen Jazzer ihr Konzert, nicht ohne beim James Brown-Hit „I feel good“ noch einmal restliche Reserven zu verbrauchen. Zu Recht hatte das Quartett die „Insel der Künste“ bis auf den letzten Platz füllen können. Viel Abstand hatten die Künstler also nicht zum Publikum. Doch die Lautstärke war trotz des kleinen, eng besetzten Raumes kein Problem, die meisten Instrumente wurden sogar leicht verstärkt.

Im Gegenteil, die Nähe von Musikern und Zuhörern bewirkte eine sehr familiäre Stimmung, die zusätzlich begeistern konnte.

Ob die Atmosphäre jedoch so familiär sein muss, dass, wenn auch befreundete, Zuhörer den Musikern auf der Bühne Tipps zurufen, sei mal so dahingestellt.


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