Einzigartiges Sportgerät in Rio Goalball für Paralympics in Bad Essen produziert


Bad Essen. Ein Stück Handarbeit aus Bad Essen ist bei den Paralympischen Spielen in Rio dabei. In der Firma „KSG - Kilic Spezialartikel aus Gummi“ im Ortsteil Rabber werden die Bälle aus Naturkautschuk für die Sportart Goalball hergestellt.

500 Bälle hat das Brasilianische Olympische Komitee bei KSG für die jeweils 48 Frauen- und Männerpartien geordert. Goalball wird nur von sehbehinderten Sportlern gespielt. Damit die Athleten trotzdem wissen, wo sich der Ball befindet, klirren im Inneren des hohlen Balles zwei Glocken. Um den Schall möglichst laut zu übertragen, sind in den Goalball acht Schall-Löcher eingestanzt. Der genormte Ball hat einen Durchmesser von 25 Zentimetern und wiegt 1250 Gramm.

Ein Ball für zwei Spiele

Erstmals war Goalball bei den Paralympischen Spielen 1976 in Toronto (Kanada) dabei. Seitdem finden regelmäßig Welt- und Europameisterschaften statt.

Ein Ball wird bei den Paralympics immer nur für zwei Partien eingesetzt. Yilmaz Kilic, Inhaber von KSG, erklärt warum: „Die Bälle sind beim Spielen einem hohen Abrieb und großer Wärmeentwicklung ausgesetzt. Dadurch kann der Naturkautschuk weich werden und es heerschen nicht mehr für alle Sportler die gleichen Bedingungen.“ Die benutzten Bälle werden anschließend für den Trainingsbetrieb genutzt. KSG gibt zwei Jahre Garantie.

Einzigartiges Produkt

Auch andere Firmen, wie zum Beispiel eine aus Kanada, stellen Goalbälle her. Aber nur der Ball von KSG ist für internationale Meisterschaften wie den Paralympischen Spielen oder auch Welt- und Europameisterschaften freigegeben. „Die Besonderheit unseres Balles ist die geheime Kautschuk-Mischung. Er ist abriebfest und wird nicht brüchig“, ist Kilic stolz auf sein Produkt. Anderen Herstellern gelänge dies noch nicht.

Besonders ist nicht nur das einzigartige Sportgerät, das KSG herstellt, sondern auch die Firma selbst. Zehn von 20 Mitarbeitern haben ein Handicap. Neben dem Goalball werden dort auch andere Sportgeräte für den Blinden-Sport hergestellt. Darunter sind Gymnastik- Wurf- und Fußbälle, die allesamt mit Glocken ausgerüstet sind.

Die Sportart Goalball ist in einem langen Entstehungsprozess, der nach dem Zweiten Weltkrieg begann, entwickelt worden. Damals gab es viele Menschen, die mit körperlichen Behinderungen aus dem Krieg nach Hause kamen. Da auch viele Blinde unter den Versehrten waren, wurde nach einer Lösung gesucht, wie Blinde die Bälle orten können. „Zunächst wurden Medizinbälle mit Glocken ausgestattet. Ab 1988 gab es dann die Spezialbälle“, erzählt Kilic.


Goalball

Beim Goalball stehen sich zwei Teams mit je drei sehbehinderten Spielern auf dem 18 Meter langen und neun Meter breiten Spielfeld gegenüber. Die Tore sind neun Meter breit und 1,30 Meter hoch. Ein Spiel dauert zwei Mal zwölf Minuten. Das Ziel ist es, den Ball ins gegnerische Tor zu werfen. Die verteidigende Mannschaft versucht, den Ball abzuwehren, indem sie sich anhand der Glocken im Ball und an Markierungslinien auf dem Spielfeld orientiert.

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