Auftaktabend für das neue Geläut Buer: St. Martini im Zeichen der Glocken

Von Conny Rutsch

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Buer. Selten und spannend gestaltet sich das Glockenprojekt für die Martinikirche zu Buer. Kürzlich stellten Mitglieder der Planungsgruppe dieses Jahrhundertereignis in der Kirche vor.

„Längst nicht jede Generation erlebt die Installation neuer Glocken“, erklärte Hausherr Pastor Ingo Krahn in seiner Begrüßung. Die Glocken von 1948 aus den Ersatzstoffen Kupfer, Silizium und Mangan waren für die Martinikirche als Übergangslösung gedacht. Im kommenden Jubiläumsjahr der Reformation sollen für Buer neue Glocken gegossen werden.

Abwehr von Unheil

„Die Planung dafür läuft seit zwei Jahren“, sagte Matthias Breitenkamp, ein Mitglied der Projektgruppe. Sehr besonders wird der neue Glockenklang werden. Denn das Geläut wird in seiner Stimmung auf die der Glocken in der katholischen Marienkirche abgestimmt. Die vier neuen Hauptglocken, die im alten Glockenstuhl eingehängt werden, klingen in einem festlichen E-Dur. In einem neu zu errichtenden Glockenstuhl unterhalb der großen Glocken , wird ein kleineres Zimbelgeläut mit ebenfalls vier Glocken eingehängt. Das Choralmotiv „Wachet auf ruft uns die Stimme“ wird das musikalische Merkmal des neuen Geläuts sein.

„In der niedersächsischen evangelischen Landeskirche wird Buer mit diesem Geläut unter den zehn einzigen Kirchen sein, die acht Glocken besitzen“, erklärte Andreas Philipp, Glockensachverständiger der Landeskirche, der für mehr als 1000 Geläute zuständig ist. In seinem hochinteressanten Vortrag schloss er den Kreis von den Anfängen der Glockengeschichte in vorchristlicher Zeit bis hin zu den heutigen Kirchenglocken. Während heute der Glockenklang mit der Kirche verbunden sei, dienten sie früher zur Abwehr von Unheil, sagte er.

Seine hohe Affinität zur Kirchengeschichte legte Pastor i.R. Wilhelm Beckmann in seinem Konzept für die Namensgebung und Ausgestaltung der neuen Glocken dar. Nach „Jesus Christus“, „Petrus“, „Martin“, und „Martin Luther“ werden die großen benannt werden und mit entsprechenden Reliefs ausgestattet. Die Glocken des Zimbelgeläuts tragen die Namen der vier Evangelisten „Matthäus“, „Markus“, „Lukas“ und „Johannes“. Auch sie erhalten Reliefbilder und kurze Sprüche.

170000 Euro Kosten

Das Geläut mit einem Gesamtpreis von 170000 Euro wird zum großen Teil aus Spenden finanziert, wie der Spendenbeauftragte des Kirchenkreisverbandes Melle-Georgsmarienhütte Johannes Schrader berichtete. Extra für dieses Projekt ließ Matthias Breitenkamp kleine Bronzeglocken mit Inschrift gießen. Diese Spendenglöckchen stehen im Blumenhaus Rullkötter, im Pfarrbüro und in der Bäckerei Hartwig zum Verkauf. Axel Hartwig backt bis Weihnachten außerdem Glockenplätzchen, deren Erlös ebenfalls in die Spendenkasse fließt. Auch ein Spendenkonto bei der Kreissparkasse Melle ist eingerichtet:

Höhepunkt der Auftaktveranstaltung war das Anhören des neuen Geläuts über das Internet. Nach den spektakulären Aus- und Einbauarbeiten im Turm werden die neuen Bronzeglocken Buers Aushängeschild werden.


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