Airbag wird zur tödlichen Falle Verkehrssicherheitstag an der BBS Melle

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Melle. Nach einem schweren Autounfall stehen viele Menschen zunächst einmal unter Schock. In diesem Zustand wissen viele nicht wie sie schnell und richtig handeln müssen um weitere Verletzungen zu verhindern oder sogar Leben zu retten. Die Schüler der Berufsbildenden Schule (BBS) in Melle wurden deshalb nun an einem Verkehrssicherheitstag im korrekten Handeln an der Unfallstelle geschult.

Neben einem Überschlag-, einem Aufprall- und einem Fahrsimulator konnten die Schüler einen Seh- und Reaktionstest machen und mit Rauschbrillen die Wirkung von Alkohol erfahren. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) klärte die Schüler über die Arbeit der Sanitäter vom Unfallort bis zum Krankenhaus auf. Eigentlich war auch die Feuerwehr eingeladen, ihre Arbeit vorzustellen, doch der Unfall am Dienstag auf der A30 hatte Priorität und die Einsatzkräfte mussten abrücken.

Ralf Hellborn, Bereitschaftsleiter des DRK in Buer, erklärte den Schülern unter anderem wie die Sanitäter vorgehen, wenn bei einem großen Unfall nicht alle Patienten sofort ins Krankenhaus gebracht werden können: „Dann wird eine Patientenablage eingerichtet. Auf Tragen werden die Patienten dort so lange von den Sanitätern versorgt, bis zusätzliche Krankenwagen eintreffen.“

Überschlagsimulator testen

Selbst aktiv wurden die Schüler dann im Überschlagssimulator. Gunther Czerwinski von der Polizei in Melle schwor die Schüler aber vorher darauf ein, wie wichtig es sei, sich anzuschnallen. „Bei einem Aufprall mit Tempo 50 wird alles im Auto 30 Mal schwerer und alles, was nicht gesichert ist, fliegt mit einer Wahnsinnskraft durch das Auto.“ Sei nun ein 50 Kilo schwerer Mitfahrer auf der Rückbank nicht angeschnallt, könne er mit einem Gewicht von 1,5 Tonnen in den Rücken des Fahrers knallen. Außerdem werde auch der Airbag zu einer tödlichen Falle, wenn der Fahrer nicht angeschnallt ist. Der Airbag bläst sich innerhalb von Sekundenbruchteilen auf und entwickelt dabei eine solche Kraft, dass er tödliche Verletzungen verursachen kann, wenn der Fahrer in dieser Zeit darauf aufschlägt. Der Gurt schütze davor. Anschließend konnten die Schüler testen, wie sich ein Überschlag im Simulator anfühlt. Kriminalhauptkommissarin Annette Fangmeyer erklärte den Schülern, wie sie aus einem auf dem Kopf liegenden Auto am besten entkommen.

Kein Alkohol am Steuer

Anhand eines Unfallautos mit Totalschaden wies Helmut Nolte, Vorsitzender der Verkehrswacht Melle, die Schüler darauf hin, wie gefährlich Fahren unter Alkoholeinfluss ist. Der junge Fahrer sei nach einer Partynacht mit 2,45 Promille noch ins Auto gestiegen. Mit überhöhtem Tempo sei er von der Landstraße abgekommen, gegen einen Baum geprallt und noch vor Eintreffen des Notarztes gestorben.

Selbst erfahren konnten die Schüler den Alkoholeinfluss dann im Inneren der Schule mit Rauschbrillen. Dort lernten die Schüler außerdem, wie man den Puls überprüft, einen Verletzten in die Stabile Seitenlage versetzt und Verbände anlegt. Mitarbeiter des DRK zeigten den Schülern die richtigen Handgriffe bei einer Herzdruckmassage und den Umgang mit einem Defibrillator.

Projekt vermindert Zahl der Verkehrstoten

Organisiert hatte den Projekttag das Krisen-Interventions-Team (KIT) der BBS zusammen mit der Verkehrswacht und der Polizei im Rahmen der „Aktion junge Fahrer“, die vom Bundesverkehrsministerium gefördert wird. „Wir hatten an der Schule vor einigen Jahren viele Schüler, die bei Verkehrsunfällen gestorben sind“ erklärt Lehrerin und Mitglied im KIT, Heidrun Freier. Seit der Verkehrssicherheitstag vor sechs Jahren zum ersten Mal an der BBS stattfand, habe es kaum noch Verkehrstote Schüler gegeben, freut sich Freier.


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