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Autobahn seit 17 Uhr wieder freigegeben Lkw kippt um: A 30 stundenlang gesperrt

Von Simone Grawe und Michael Hengehold


Melle. Bei einem Unfall auf der A30 Richtung Hannover ist am Dienstagmorgen ein Sattelschlepper in ein Absperrfahrzeug gefahren und auf die Seite gekippt. Der 26-jährige Fahrer wurde schwer verletzt. Um 17 Uhr wurde die Autobahn wieder freigegeben.

Die Autobahn musste zwischen Melle-Ost und Riemsloh stundenlang gesperrt werden. In der Folge bildeten sich kilometerlange Staus. Auch die Ausweichstraßen rund um Melle waren völlig überlastet. Erst am späten Nachmittag wurde die Autobahn wieder freigegeben, sodass sich die Verkehrslage entspannte.

Auslöser für den folgenschweren Unfall war eine Reifenpanne eines Lastwagens am frühen Morgen. Der Fahrer machte im Höhe Melle-Ost auf dem Standstreifen in Richtung Hannover halt. Um die Gefahrenstelle abzusichern, war ein Sicherungsfahrzeug der Autobahnmeisterei vor Ort. Dieses Fahrzeug hielt auf der rechten Spur, sodass die Autobahn nur einspurig befahrbar war.

Dies bemerkte der 26-jährige Fahrer eines Sattelschleppers offenbar zu spät. Er übersah das Sicherungsfahrzeug und fuhr gegen 7.50 Uhr auf. Durch die Wucht des Aufpralles kippte der Sattelschlepper auf die Seite und blockierte beide Fahrbahnen. Der Fahrer konnte sich nach Worten des stellvertretenden Feuerwehrsprechers Nils Hoyermann aus dem Lkw befreien: „Er konnte selbstständig aus dem Führerhaus steigen. Er wurde verletzt und musste mit einem Rettungsfahrzeug in ein Krankenhaus gebracht werden“. Nähere Angaben zu den Verletzungen gab es nicht.

24 Tonnen Klärschlamm

Die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei bemerkten nach Angaben von Polizeisprecherin Anke Hamker zum Glück den herannahenden Sattelschlepper. Sie sprangen über die Außenschutzplanke, um nicht vom Laster erfasst zu werden.

Neben mehreren Rettungskräften und der Autobahnpolizei waren die Ortsfeuerwehren Altenmelle und Melle-Mitte mit rund 40 Einsatzkräften bis nach 14 Uhr im Einsatz, um den Brandschutz zu sichern. Sie haben den Kraftstoff aufgenommen und abgebunden. Außerdem errichteten sie eine Ölsperre, um zu verhindern, dass auslaufender Dieselkraftstoff in das nahegelegene Regenrückhaltebecken läuft. Ein Mitarbeiter der unteren Wasserbehörde war ebenfalls vor Ort. So sollen zwischen 50 und 100 Liter Diesel ausgelaufen sein, berichtet Anke Hamker.

Am Mittag erreichte eine Spezialfirma mit einem Autokran, einem Radlader und Minibagger den Unfallort, um den umgekippten Lastwagen zu bergen. Er hatte 24 Tonnen Klärschlamm geladen, der umgeladen wurde. Danach wurde er aufgerichtet.

Die Ausweichstraßen rund um Melle waren völlig überlastet. So staute sich der Verkehr Richtung Stadtmitte allerorten. Die Plettenberger Straße war dicht, auch, wer über die Oldendorfer Straße in die Stadt wollte, musste Geduld mitbringen. Dort zog sich der Rückstau bis auf die Westumgehung hin. Auf der Oldendorfer Straße kam der Verkehr nur schrittweise voran. Die Auffahrt Melle-Ost war stundenlang gesperrt .

Der Sachschaden liegt nach Polizeiangaben bei 120000 Euro. Die Autobahn wurde gegen 17 Uhr wieder freigegeben.