Körper ist willig, Wasser bremst Härtetest: Aqua Zumba ist Tanz mit Wassergymnastik

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Melle. Beim vierten „Härtetest“ tauche ich ein ins kühle Nass des Meller Hallenbads. Dort bietet der TV Neuenkirchen neuerdings den Fitnesstrend „Aqua Zumba“ an. Zumba im Wasser, geht das? Ja, es ist jedoch durch den Widerstand des Wassers fordernder als an Land.

Übungsleiterin Nadine Greulich hat Aqua Zumba als Animateurin im Ausland kennengelernt und besuchte anschließend eine Fortbildung, um das Angebot auch zum TVN zu tragen. Für den Kurs kombiniert sie Übungen des lateinamerikanischen Tanz-Work-outs Zumba mit Elementen der klassischen Wassergymnastik zu einem effektiven Ganzkörpertraining.

Zu motivierender Musik werden leichte Schrittfolgen und Choreografien eingeübt. Die Basis-Schritte kehren in verschiedenen Hits immer wieder. „Es ist viel anregender, sich zur Musik zu bewegen, als stumpf bis acht zu zählen und eine neue Übung zu absolvieren“, meint Greulich, die in Neuenkirchen auch Zumba anleitet. Die Choreografien seien gut nachzumachen. „Ich zeige vorher die nächsten Schritte an, sodass jeder schnell reinkommt.“

Motiviert hüpfen wir also ins Wasser. Zwölf Teilnehmerinnen sind an diesem Mittwochabend Mitte August zur TVN-Premiere im Hallenbad zusammengekommen. Der zehnteilige Kurs richtet sich auch an Männer, aber zum Auftakt sind nur Frauen dabei. (Lesen Sie auch: Heikes Härtetest: Selbstverteidigung bei Budokai)

Die Freundinnen Jessica Vennemann, Sina Stockhowe und Tina Willenbockel wurden über eine Ankündigung im „Meller Kreisblatt“ aufmerksam und meldeten sich spontan zu dem Work-out an. „Ich habe schon Zumba an Land gemacht und fand jetzt die Kombination mit dem Wasser cool. Das möchte ich mal testen“, berichtet Vennemann. Ihr sei es wichtig, abends noch einmal vor die Tür zu gehen und etwas für sich zu tun, erzählt Stockhowe. „Es geht um Spaß und Bewegung“, fasst Willenbockel zusammen.

Gegen das Wasser tanzen

An Bewegung wird es uns in den nächsten 45 Minuten nicht mangeln – und an fröhlichem Geplansche auch nicht. Im Becken laufen wir zum Warmwerden auf der Stelle. Die Trainerin bleibt am Rand und dreht die Musik auf. Schnelle Beats dröhnen durchs Bad, zu denen wir uns in der Folge möglichst rhythmisch bewegen sollen, indem wir die Wassermassen verdrängen. Die Übungsleiterin macht die Tanzschritte im Trockenen vor. Wir versuchen, die Stepps ähnlich grazil und flott gegen den Wasserwiderstand zu wiederholen.

Wir treten auf der Stelle, nach vorne und zur Seite. Dazu rudern wir mit den Armen. Es spritzt. Schnelle Richtungs- und Rhythmusänderungen passend zur Musik: Was an Land noch relativ einfach umsetzbar ist, wird im Wasser zur trägen Angelegenheit. Ich habe den Eindruck, dem Beat immer leicht hinterherzujagen. Ein Blick auf die Gruppe verrät, dass es einigen ähnlich geht.

Wenn wir schon den vorgegebenen Takt nicht halten, ist es ratsam, sich bei den Tritten zur Seite dem Rhythmus der Nachbarin anzupassen und sich nicht genau im falschen Moment einander zuzuwenden. Meine linke Nebenfrau kickt nach rechts und ich gleichzeitig nach links: Das war eine schlechte Idee, wie wir leidvoll feststellen.

Wasser schont Gelenke

Auch Hüftschwünge werden eingebaut. Doch die letzte Eleganz ist nicht nötig: Unter Wasser sind unsere Tanzbewegungen – hoffentlich – kaum zu erkennen. Trainerin Greulich jedenfalls wirkt dankbar für jedes Bemühen und feuert uns begeistert an.

Ihr scheint ziemlich warm zu sein in ihrem Sportoutfit am Beckenrand. Da sind wir Badenixen klar im Vorteil: Trotz der Bewegung merken wir nicht, dass wir schwitzen. Und doch haben wir intensiv gearbeitet. Gegen Ende der Einheit plagen manche Mitstreiterinnen die Oberschenkel, während ich überraschenderweise ein leichtes Zwicken der Muskulatur am Schienbein spüre. (Lesen Sie auch: „Heikes Härtetest“: Faszien-Fitness mobilisiert)

Das Wasser ist eben Fluch und Segen zugleich: Man muss mehr Kraft einsetzen, um die Übungen zu absolvieren; auf der anderen Seite werden die Gelenke durch den Auftrieb weniger belastet. „Man bleibt anders fit“, bringt es Nadine Greulich auf den Punkt. Zum Abschluss gönnt sie uns entspanntere Klänge, zu denen wir uns dehnen.

Mein Fazit: Wer tänzerische Fitness mit forcierter Ganzkörperkräftigung mag, ist beim Aqua Zumba richtig. Wer Bedenken hat, gegen den Widerstand den Rhythmus halten zu können, dem sei gesagt: Wasser verzeiht einiges – und die Übungsleiterin auch. Die Einheit ist für jeden geeignet. Hoher Spaßfaktor.


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