Als Azubi im Ausland Melos in Melle unterstützt den eigenen Nachwuchs

Von Marita Kammeier

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Melle. Arbeiten in Südfrankreich: das heißt mit fremden Menschen und anderer Sprache im Unternehmen klarkommen. Der Auszubildende Ruben Herz berichtet bei der Firma Melos von seinen Erfahrungen.

Das international agierende Unternehmen bildet als führender Hersteller von farbigen Kunststoff- und Gummigranulaten jedes Jahr am Meller Standort fünf bis sechs Azubis aus. Ruben Herz und Laura Hübner erlernen den Beruf des Industriekaufmanns/-kauffrau. Das Ausbildungsprofil habe sich deutlich geändert, versichert das Zweierteam.

„Tafel ist out“

Digitalisierung, Projekte und Präsentationen sowohl am Arbeitsplatz als auch in der Berufsschule (BBS) sind an der Tagesordnung. „Tafel ist out. Notizen mache ich noch auf dem Papier und präsentiere die Ausarbeitung via Laptop und Beamer“, sagt Ruben Herz und fügt hinzu: „Ich bin froh, wenn ich englische Mails für den amerikanischen und asiatischen Markt verfassen darf.“ Das ist sein Ding. Der Azubi tüftelt so lange an sprachlichen Feinheiten, bis alles perfekt abgestimmt ist.

Neben Französischkenntnissen auch soziale Kompetenzen erweitert

Auf der Pausenterrasse blickt der 22-Jährige über die Dächer des Unternehmens auf die Silotürme und den Bau des neuen Besucherpavillons „Melos Village“. Erinnerungen an das Praktikum in Südfrankreich werden wach. In Perpignon, der Stadt mit 120 000 Einwohnern am Rand der Pyrenäen erweiterte der Deutsche neben den Französischkenntnissen auch soziale Kompetenzen, wie er schnell erkannte.

Ruben wohnte in einer internationalen WG mit Kanadiern, Spaniern, einem italienischen Senegalesen, Holländer, Belgier, einer Japanerin und einer Deutschen aus Vechta zusammen. Ausflüge in mittelalterliche Bergdörfer standen ebenso auf dem Programm wie 20-minütige Fahrten an die Küstenorte Canet und Collioure.

„Am Anfang war es schwierig mit der Sprache“

Der Auszubildende im dritten Jahr arbeitete in einem siebenköpfigen Familienbetrieb, der Trennwände für Nutzfahrzeuge herstellte. „Am Anfang war es schwierig mit der Sprache, doch nach zwei Wochen lief es gut“, berichtete Ruben, der während des vierwöchigen Praktikums Produktionstexte übersetzte, Mailings an französische Autofirmen vorbereitete und im Betrieb die Arbeitsabläufe kennenlernte.

Die Mittagspause mit Ophelie, Jacques und Philip variierte von einer halben Stunde bis zu zwei Stunden. Als die Busfahrer streikten, fuhr der Chef den Azubi persönlich nach Hause. Die Chefin erklärte ihm auf Besichtigungsfahrten die Region. Profitiert der Auszubildende bei Firma Melos von den Auslandserfahrungen? „Auf jeden Fall, denn ich arbeite gern im Vertrieb, mag viele Freiräume und eigenverantwortliche Tätigkeiten“, erklärte der zukünftige Industriekaufmann.

Und was sagt Ralf Niebusch, der Ausbildungsleiter für kaufmännische Berufe: „Wir haben ständiges Wachstum und in allen Bereichen Bedarf. Sprachkenntnisse sind immer von Vorteil.“


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