„Das Beste aus mir herausholen“ SCM-Athlet Jannik Seelhöfer hofft auf WM-Endlauf

Von Heike Dierks

Formaufbau: SCM-Läufer Jannik Seelhöfer und sein Trainer Frank Rüdiger beim Trainingslager in Österreich. Foto: RüdigerFormaufbau: SCM-Läufer Jannik Seelhöfer und sein Trainer Frank Rüdiger beim Trainingslager in Österreich. Foto: Rüdiger

Jannik Seelhöfer ist gespannt auf die größte Herausforderung seiner noch jungen Karriere. Der Leichtathlet des SC Melle startet in wenigen Tagen über 3000 Meter Hindernis bei der Junioren-Weltmeisterschaft im polnischen Bydgoszcz (19. bis 24. Juli).

Melle. Das deutsche Team, zu dem auch 400-Meter-Läufer Fabian Dammermann von der LG Osnabrück gehört, ist am vergangenen Sonntag in Polen eingetroffen. Am Donnerstag, 21. Juli, ist Jannik im Vorlauf gefordert. Sein Ziel ist es, sich für den Endlauf am Sonntag, 24. Juli, zu qualifizieren.

„Ich möchte das Beste aus mir herausholen“, betont der Hindernisläufer. Das Finale einer U-20-WM sei noch schwerer zu erreichen als bei der EM, weil nun die auf den mittleren und längeren Laufstrecken weltweit dominierenden Afrikaner dabei sind.

Zwei Trainingslager

Er versuche die Nervosität zu unterdrücken. Doch eine gewisse Grundanspannung sei normal und ist zudem förderlich. Der Formaufbau stimmt. Die passenden Reize holte sich der Meller Läufer bei einem Trainingslager des Bundeskaders in Oberhof Mitte Juni und einer Trainingswoche mit SCM-Coach Frank Rüdiger bis Anfang Juli in Österreich.

Zuletzt hat sich Jannik bei dosierter Intensität in sieben Einheiten pro Woche daheim auf der Bahn auf das Großereignis vorbereitet. „Das Training verläuft sehr gut“, sagte der 18-jährige Abiturient, der sich um ein Sportstudium an der Uni Leipzig beworben hat, wenige Tage vor dem Abflug.

Das Teilnahmeticket löste er vor rund anderthalb Monaten im belgischen Oordegem. Das top besetzte Meeting mit mehr als 2500 Läufern aus aller Welt war vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) als erster offizieller Nominierungswettkampf für die WM angesetzt. Jannik lief nach einem taktisch klugen Rennen bei den Erwachsenen mit 8:56,30 Minuten ins Ziel. Damit stellte er eine persönliche Bestzeit auf und blieb fünf Sekunden unter der vom Verband geforderten Norm. Die WM-Qualifikation ist Janniks bisher größter sportlicher Erfolg.

Für das Mitwirken am WM-Endlauf dürfte nun die nächste persönliche Bestzeit fällig werden. „Ich muss wohl circa 8:50 Minuten laufen“, rechnet der Athlet vor.

Doch eine weitere Verbesserung seiner Topzeit scheint machbar zu sein. Denn der Grönegauer lief in Belgien als Vorsichtsmaßnahme nach einem Außenbandanriss nur mit angezogener Handbremse. „Bei meiner Bestzeit ist noch etwas drin“, sagt der 18-Jährige daher. Vielleicht kann sich Jannik mit dem Endlauf selbst ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk machen?

Denn am Folgetag wird der Topsportler 19 Jahre alt. So oder so: Bei der WM-Abschlussparty am 24. Juli „möchte ich in meinen Geburtstag hineinfeiern“, erklärt der Rüdiger-Schützling. Nach seiner Rückkehr ist dann ein netter Abend daheim geplant.


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