Songs und freche Satireszenen „Schöne Mannheims“ sorgen für Stimmung in Melle-Suttorf

Von Marita Kammeier


Ausdrucksstarke Stimmen der Künstlergruppe „Schöne Mannheims“ erfüllten am Wochenende die fast ausverkaufte Halle auf dem Hof Upmeyer in Suttorf. Mit Wortwitz und Charme zog das Frauenquartett Musik- und Kabarettfreunde gleichermaßen in Bann.

Neuenkirchen. Unter dem Motto „Kultur im Dorf“ hatte der Suithorpa Bürgerverein zu der Abendveranstaltung mit dem quirlig-ironischen Frauenquartett eingeladen. „Kontakte zur Klavierpianistin Stefanie Titus bestehen bereits seit über 30 Jahren“, berichtete der Vereinsvorsitzende Wilhelm Röper. „Gestern noch live beim Fernsehauftritt in Baden-Baden, und heute begrüßen wir die Künstlerinnen in Suttorf.“

Sangeskunst und szenisch-komödiantische Einlagen

Ganz offensichtlich fühlte sich das Frauenteam im Pferdedorf äußerst wohl. Mit den Worten „Servus, grüezi und hallo“ stürmten die Vier in sexy Outfits die Bühne. Vom ersten Moment an vereinnahmten die Golden Girls, wie sie sich in einer Szene bezeichneten, das Publikum mit einem Mix aus Sangeskunst und szenisch-komödiantischen Einlagen.

„Klimastand? Mutig ist, wer drüber spricht“

Mal melancholisch, mal mitreißend-temperamentvoll, präsentierte das Ensemble neben klassischen italienischen Arien und französischen Chansons von Patricia Kaas auch viel Selbstgeschriebenes. Mit hinreißenden Stimmen erklangen schwedische Popsongs, Lieder der Andrew Sisters, Max Raabe, Paolo Conte und Kurt Weill.

Dabei kamen kleine weibliche Wehwehchen und Befindlichkeiten ebenso auf den Tisch wie große Lebenslügen. „Klimastand? Mutig ist, wer drüber spricht“, erklärte die schick aufgebrezelte Anna und ergänzte: „So, Jungs, jetzt ist Showtime.“

Die Sex-Hotline mit der kleinen Ratte

Außer Rand und Band gerieten die Komödiantinnen Susanne Back und Smaida Platais, als Kursleiterin Anna Krämer zum Hormonyoga aufrief: „Durch die linke Hand einatmen und den Lebenskreislauf durch den rechten Fuß wieder rauslassen. Wir atmen von einem Eierstock in den anderen.“

Mit verständnislosem Kopfschütteln begleitete Stefanie Titus das flippige Trio am Klavier. Mit Lachsalven verfolgten die Zuhörer den Rückblick auf die Macken der Exlover und Missverständnisse bei der Sex-Hotline mit der „kleinen Ratte“ (Flatrate) und dem wilden Browser.

Den Abschluss des unterhaltsamen Musik-Kabarett-Abends bildeten mehrere Zugaben der großartigen Musikerinnen. Die Ode an den nassgrauen Wiener Winter mit 50 verschiedenen grauen Schatten bildete jedoch einen großen Kontrast zum warmen Sommerabend in Suttorf.


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