Opfern ihre Stimme zurückgeben „Ort der Erinnerung“ im Meller Grönenbergpark eröffnet

Von Christina Wiesmann

Schüler zeigten neben der Skulptur „Ort der Erinnerung“ ihre bewegende Performance „Spiegelungen“. Foto: Christina WiesmannSchüler zeigten neben der Skulptur „Ort der Erinnerung“ ihre bewegende Performance „Spiegelungen“. Foto: Christina Wiesmann

Melle. Mit einer bewegenden Feier ist am Donnerstagabend der „Ort der Erinnerung“ im Grönenbergpark eröffnet worden. Mit der Skulptur nach einem Entwurf von Gerhard Schengber erinnert der Initiativkreis Stolpersteine an alle Opfer des Nationalsozialismus in Melle.

Roswitha und Manuela Pentzek schufen mit ihrem Klangbild „Erinnerung“ einen stimmungsvollen Einstieg in die Feier. „Ein ganz besonderer Dank gilt unseren Unterstützern“, sagte Magret Poggemeier, Sprecherin des Initiativkreises Stolpersteine. Den Opfern ihre Stimme zurückgeben, den bekannten, aber auch den unbekannten – mit dieser Skulptur von Gerhard Schengber ist es gelungen. „Es ist ein zentraler Ort der Erinnerung“, so Margret Poggemeier weiter. Von „einem Stück Erinnerungskultur in der Stadt“ sprach Bürgermeister Reinhard Scholz. Über den Standort im Grönenbergpark sagte Scholz: „Es ist ein idealer öffentlicher Raum.“ Stefan Muhle, der Erste Kreisrat des Landkreises Osnabrück, hob in seinem Grußwort das Dankeschön an alle, die an der Entstehung und Durchführung des Projektes beteiligt waren, hervor. „Danke für die Initiative, Danke für die Umsetzung“, so Muhle.

Positiv und hoffnungsvoll

Maßgeblich waren Schüler der Berufsbildenden Schulen (BBS) in das Projekt eingebunden. Von ihnen stammen die einzelnen Wörter, die auf der Platte aus Cortenstahl prangen. Gut sichtbar: Negative Begriffe werden von positiven und hoffnungsvollen Begriffen eingekreist. „Uns war wichtig, dass nicht nur negative Begriffe auf der Skulptur stehen“, erklärten Timo Krüger und Alina Altmann, Schüler an den BBS, den Hintergrund der besonderen Inschrift.

In ihrer Performance „Spiegelungen“, von Schülern der Klasse FOS – W 11a aufgeführt, unterstrichen die Schüler ihre Gedanken gelungen. Das Positive, Bunte und Lebensbejahende wurde vom Gesichtslosen und Verzweifelten, vom Negativen bedroht, umzingelt und eingeschüchtert – und doch umkreiste bei der Performance am Ende das Gute das Böse.

Der Chor Ikarus schuf unter der Leitung von Thomas Pfeiffer einen stimmungsvollen musikalischen Rahmen. Und viele Passanten, die während der Feierstunde an der Skulptur vorbeikamen, schauten sehr interessiert. Einige werden sicher wiederkommen. Um die schlichte Skulptur einmal selbst zu betrachten und um selbst zu reflektieren, mit welchen Mitteln die Kunst den Opfern des Nationalsozialismus in Melle die Menschlichkeit zurückgegeben hat.

Die Erinnerungskultur ist in Melle auch an anderen Orten präsent:

Erinnerung an den Ersten Weltkrieg

Gedenkstätte in Melle im Grönenbergpark