Streit um eine Erbschaft Schräge Komödie von Schülern der BBS Melle aufgeführt

Von Petra Ropers

Skurrile Charaktere, mörderische Intrigen und ein Erbe in Gefahr sorgen für zwei kurzweilige Stunden bei den Aufführungen der Theatergruppe der Fachschule Sozialpädagogik. Foto: Petra RopersSkurrile Charaktere, mörderische Intrigen und ein Erbe in Gefahr sorgen für zwei kurzweilige Stunden bei den Aufführungen der Theatergruppe der Fachschule Sozialpädagogik. Foto: Petra Ropers

Melle. Eine Verlobungsfeier mit mörderischen Intrigen brachte der Wahlpflichtkurs Theater der Fachschule Sozialpädagogik der BBS auf die Bühne im Festsaal. Eine schräge Komödie, die die Lachmuskeln strapaziert.

In fortgeschrittenem Alter trifft Horst von Meier endlich die große Liebe. Seine Freude will der Spross alten bayrischen Landadels nur zu gerne mit der Verwandtschaft teilen. Die allerdings interessiert im Festsaal nur eins: „Leben sie noch oder erben wir schon?“

Die Frage ist berechtigt. Schließlich gibt es bei ältlichen Lord einiges zu holen. Doch seine blutjunge Verlobte Chantal bringt die erhoffte Erbschaft in akute Gefahr. Und so verwandelt sich die Verlobungsfeier unversehens in einen Reigen wahrhaft mörderischer Intrigen. Mit sichtlichem Spaß am Spiel und viel Engagement bringt der Wahlpflichtkurs Theater der Fachschule Sozialpädagogik der BBS Melle noch zweimal die schräge Komödie auf die Bühne.

Von verliebten Lords und Emanzen

Gleich eine ganze Reihe skurriler Charaktere findet sich dabei im Landhaus des verliebten Lords (Ronja Grundmann) ein: Amalie (Jule Gottschalk), die herrische Gattin des geknechteten Karl-Heinz (Linda von der Becke), hat es vor allem auf die Pferde abgesehen. Ihre nervende Tochter Paula (Jessica Franjkowic) blickt begehrlich auf Chantals (Janina Nobbe) Kleiderkollektion.

Wissenschaftlerin Ursula (Natascha Packeiser) sieht bereits ihr Laboratorium ins Landhaus einziehen, während ihre Tochter Püppi (Michelle Marie Bachmann) ihrer Experimentierlust mit Nadeln und Messern an Kleintieren frönt. Nur Emanze Sigrun (Laura Reuters) und ihre Schwester Sibylle (Charlene Holte) hegen keine erbschaftsbedingten Ambitionen. Dafür ist Sigrun allerdings wild entschlossen, Chantal aus den finsteren Fängen ihres künftigen Mannes zu retten.

Unterdessen hat Francesco, alias Neffe Peter (Maksim Soldatenko), alle Hände voll zu tun, um sich der Avancen des Transvestiten Dirk (Jenny Weskott) zu erwehren. Mörderische Pläne werden geschmiedet - für das Ableben mal des einen, mal des anderen. Das unerwartete Auftauchen des irren Magiers Manni (Jenny Kätow) und des schusseligen Polizisten Hugo (Jennifer Schmidt) trägt auch nicht gerade zur Übersichtlichkeit der Lage bei.

Überzeichnete Klischees

Die ist ohnehin alles andere als entspannt. Denn die Akteure der Fachschule Sozialpädagogik spielen nach allen Regeln der Kunst mit den herrlich überzeichneten Klischees – allen voran Linda von der Becke als Pantoffelheld Karl-Heinz. Im Januar begannen unter der Regie von Klaus Völler, Christa Debbeler und Silke Löw die Proben für die einfallsreiche Inszenierung, die dank einer ausgeklügelten Licht- und Bildtechnik mühelose Szenenwechsel vor allem in der ersten Hälfte des Stückes ermöglicht.

„Anti-Männer-Spray“ im Sherry, ein totgesessenes Meerschweinchen, eine Kopf-ab-Maschine „zum Entleben“ und zerschnittene Kleider sind nur einige der skurrilen Ideen, die bei der Premiere im Festsaal für zwei mörderisch erheiternde Stunden sorgten. Und die können Theaterfreunde auch am Freitag, 3. Juni, um 10 Uhr und um 19 Uhr im Festsaal erleben. BBS-Schulleiter Dr. Hermann Krüssel zeigte sich jedenfalls begeistert: „Ihr habt alle eine tolle Leistung gezeigt!“