Kreissängerfest im Grönegau Chöre präsentieren sich in Melle vielseitig

Von Petra Ropers


Melle. Der Nachwuchs brachte es auf den Punkt: „Sing mit uns, weil Singen fröhlich macht“, forderte der Kinder- und Jugendchor Buer die vielen Aktiven im Forum auf. Und die Chöre des Sängerbundes Grönegau ließen sich nicht lange bitten.

Mit einem abwechslungsreichen Programm legten sie am Sonntag Zeugnis ab von der Musikbegeisterung in der Region. Zwar mussten die Freunde schwungvollen Chorgesangs auf die Sängervereinigung Westerhausen und ihren Jugendchor kurzfristig verzichten. Dafür boten ihnen jedoch elf Chöre im sommerlich geschmückten Forum einen bunten und kurzweiligen Melodienreigen. Und den ließ sich auch Bürgermeister Reinhard Scholz nicht entgehen.

„Chorgesang ist nicht nur singen und gemütlich beisammensitzen“, verwies er auf die Disziplin der Probenstunden und auf das besondere Miteinander im Chor: „Niemand ist mehr wert als der andere.“ Dieses Miteinander vereint den Gesangsverein „Eintracht“ Neuenkirchen bereits seit 150 Jahren. „Wir sind stolz auf diese Tradition“, betonte die Vorsitzende Karin Hillbrenner. „Und unser gemeinsames Interesse bleibt nach wie vor die Chormusik.“

Daran ließ der Jubiläumschor als Gastgeber des diesjährigen Kreissängerfestes auch keinen Zweifel. Zum Auftakt des Programms ließ die „Eintracht“ nicht nur im „Prairie-Saloon“ von Fritz Wunderlich musikalisch die Colts rauchen. Auch „Tief im Urwald“ ging es mit Schüssen und hungrigen Krokodilen ziemlich ruppig zu. In den folgenden zwei Stunden präsentierten sich die Chöre des Sängerbundes bemerkenswert modern.

Da sann der MGV Gesmold in präziser Intonation über die verflossene Liebe beim „Traum von Amsterdam“. Humorvoll nahm sich der in den vergangenen zwei Jahren deutlich gewachsene MGV „Cäcilia“ Sondermühlen mit „Wir sind die alten Säcke“ selbst auf die Schippe, während der MGV Schledehausen mit dem „Trinklied“ aus Giuseppe Verdis „La Traviata“ in die Welt der großen Oper eintauchte.

Wer zwischendurch allzu sehr entspannte, der sah sich beim Kriminal-Tango des MGV „Rütli“ Buer wortwörtlich mit Knalleffekt aus der Versunkenheit gerissen. Die Gäste des Kreissängerfestes verziehen den Schrecken jedoch nur allzu gern. „Männer mag man eben.“ Das weiß auch der MGV „Concordia“ St. Annen, der diese Erkenntnis auch gleich als in hitverdächtiger A-capella-Version auf die Bühne brachte. Der Kinder- und Jugendchor Buer zählte „einfach ideal und phänomenalig“ ohnehin zu den Stars auf der Bühne.

Mal romantisch mit „Ein schöner Traum“ vom MGV Germania Bruchmühlen, mal verschmitzt mit der unzweideutigen Aufforderung „Trink mit mir noch ein Bier“ des MGV Ober- und Niederholsten präsentierte sich der Chorgesang im Grönegau. Mit berührender Intensität und einem Gänsehaut erzeugenden Crescendo machte der MGV Fidelitas Holte dabei die schmerzliche Sehnsucht der Gefangenen im Freiheitschor aus der Verdi-Oper Nabucco hör- und spürbar.

Für einen launigen Ausklang des Kreissängerfestes sorgte mit vollem Klang und präziser Intonation der MGV „Liedertafel“ Altenmelle: „Freunde, die Welt ist rund und bunt“, versicherten die Sänger im Colonel-Bogey-Marsch. Und bunt ging es auch nach dem Ende des musikalischen Programms weiter. Denn vor dem Forum blieb bei einem Imbiss und kühlen Getränken noch viel Zeit, die Gemeinschaft im Sängerbund zu genießen.