Schule und Politik ebnen Weg Mehr Flüchtlingskinder in Meller Bekenntnisschule

Von Christoph Franken

Deutschunterricht für Flüchtlingskinder soll es demnächst auch in der Grundschule am Engelgarten geben. Foto: dpaDeutschunterricht für Flüchtlingskinder soll es demnächst auch in der Grundschule am Engelgarten geben. Foto: dpa

Melle. Die katholische Grundschule im Engelgarten soll nach dem Willen der Mitglieder des Schulausschusses künftig mehr nichtkatholische Kinder aufnehmen dürfen, als es die Quote dieser Bekenntnisschule vorsieht. Den Hintergrund dafür bildet die steigende Zahl von Flüchtlingskindern in Melle.

Einen entsprechenden Beschluss fasste das Gremium unter Leitung von Bärbel Meier (SPD) am Montagabend (25. April) einstimmig. Zur Sachlage: An der Grundschule im Engelgarten (früher Wallgartenschule) darf der Anteil nichtkatholischer oder auswärtiger Schüler 30 Prozent nicht übersteigen. Diese Quote ist an der Schule ausgereizt. Allerdings kann die oberste Schulbehörde auf Antrag des Schulträgers (Stadt Melle) Ausnahmen zulassen, wenn dadurch die Aufnahme von Kindern mit Migrationshintergrund möglich wird und die Schule selbst damit einverstanden ist.

Grünes Licht lag vor

Der Schulvorstand hatte Mitte März sein Einverständnis für eine Aufstockung auf 40 Prozent erteilt. Das entspricht rund 20 Schülern mehr. Bislang werden in Melle-Mitte Flüchtlingskinder im Primarbereich nur in der Grönenbergschule aufgenommen. Flüchtlingskinder, die katholisch sind, fallen übrigens nicht unter die 30-Prozent-Regelung. Das gilt beispielsweise für orthodoxe Syrer. „Diese Schüler wurden auch bisher schon aufgenommen“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung für den Ausschuss.

Auf vier Jahre befristet

„Alle Ausschussmitglieder wollten das Thema von Anfang in der vorgeschlagenen Form unterstützen“, berichtete Bärbel Meier. Aus rechtlichen Gründen sei lediglich eine Befristung der Regelung auf vier Jahre in den Beschlussvorschlag aufgenommen worden. (Lesen Sie auch den Kommentar zum Thema)

Eine längere Diskussion habe es aber im Vorfeld um den Begriff „Flüchtlingskinder“ und „Migrationskinder“ gegeben. Auch hier spielten nach Angaben der Vorsitzenden rechtliche Statusfragen eine Rolle: Nicht jedes Kind besitze nämlich den Status eines Flüchtlings. Gerd-Jürgen Thoms von der Landesschulbehörde regte an, einen Begriff zu übernehmen, den seine Behörde verwende: „Kinder mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen“. Dem folgte das Gremium.


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