Tortilla in Sevilla Schüler der BBS Melle: Erfahrungen im Ausland

Von Marita Kammeier


Melle. Ruben Herz ist erst seit einigen Tagen aus Perpignon zurück und noch ganz berauscht vom „la vie francaise“ in der südfranzösischen Stadt am Rand der Pyrenäen. Das Leben in der 120 000 Einwohner zählenden Stadt sei entspannt und überschaubar, berichtete der Jugendliche. „Einfach mal in der Sonne sitzen und Kaffee trinken“, hieß es dort für den Azubi, der bei Firma Melos den Beruf des Industriekaufmanns erlernt.

Ruben wohnte in einer internationalen WG mit Kanadiern, Spaniern und Senegalesen zusammen. Ausflüge in mittelalterliche Bergdörfer standen ebenso auf dem Programm wie 20-minütige Fahrten an die Küstenorte Canet und Collioure. Der Auszubildende arbeitete in einem siebenköpfigen Industrieunternehmen, das Trennwände für Nutzfahrzeuge herstellt.

„Am Anfang war es schwierig mit der Sprache, doch nach zwei Wochen lief die Unterhaltung gut“, berichtete Ruben, der während des vierwöchigen Praktikums Produktionstexte übersetzte, Mailings an französische Autofirmen vorbereitete und im Betrieb die Arbeitsabläufe kennenlernte.

Ganz ohne Spanischkenntnisse fuhren dagegen Alena und Jessica nach Sevilla. Das sei jedoch kein Problem gewesen, erzählten die Schülerinnen der Abteilung Sozialpädagogik. „Bei der Zusammenarbeit mit Kindern und dem zusätzlichen Sprachunterricht haben wir schnell gelernt.“

Keiner steht allein da

Das bestätigten auch die Mitschülerinnen in ihren souverän vorgetragenen Präsentationen mit vielen Bildern, Informationen und Tipps. „Keiner steht während des zweimonatigen Praktikums allein da. Über Skype stand ich mit meinem Lehrer in Kontakt“, erzählte Janina Nobbe, die den Europatag unterhaltsam moderierte und zusammen mit Julia Rosemann aus London berichtete.

Nach Nordirland in die bis heute vom Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten gezeichnete Stadt Derry/Londonderry zog es Linda, Tomke und Louisa. Sechs Jugendliche nutzten die Chance, ein Praktikum in Wien zu absolvieren. „Jede Entdeckungsreise in Richtung Europa erweitert den beruflichen und persönlichen Rahmen“, betonte Schulleiter Hermann Krüssel.

Fachlehrerin Sabine Preuss organisierte das Praktikum für die angehenden Erzieherinnen in Zusammenarbeit mit Inna Nordheimer von der Gesellschaft für Europabildung und Ritske Merkus aus dem holländischen Leeuwarden. „Voll cool“ fanden die anwesenden Schulklassen die Erlebnisse der Klassenkameraden.