Topfgucken beim Seifenmacher Pfiffige Seifenkochshow in der Manufaktur St. Annen

Von Conny Rutsch

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Neuenkirchen. „Ich hab da mal was vorbereitet“, witzelte Oliver Rautenberg zu Beginn der Seifenkochshow in St. Annen am Samstag. Zusammen mit seiner Frau Britta Heidland zeigte er, wie Seife hergestellt wird. Und tatsächlich strahlte die informative Stunde die Atmosphäre eines Kochstudios aus.

Töpfe, Schüsseln, Schneebesen sind sein Werkzeug, und die Zutaten wog er sorgfältig ab: Öl, Ziegenmilch, Lauge, ätherisches Öl.

Pflanzliches Öl bildet die Grundlage jeden Seifenrezeptes. „Weil die Herstellung des Palmöls in Verruf geraten ist und Umweltschäden hervorruft, benutzen wir es seit einiger Zeit nicht mehr“, so Rautenberg. Kokos- oder Olivenöle stehen auf dem Rezeptblock bei den Seifenmachern.

Peeling-Effekt

Und dann ging es los: Während das Kokosöl nach dem Auflösen wieder abkühlte, mischte Oliver Rautenberg Laugenpulver vorsichtig mit dem Schneebesen in Ziegenmilch.

„Die Lauge bewirkt den magischen Effekt der Seifenentstehung“, erklärte Britta Heidland. Das Thermometer zeigte dann auch, wie sich allein durch das Vermischen die goldgelbe Flüssigkeit von ganz alleine auf fast 100 Grad erwärmt. Während des Abkühlens durften die Zuschauer ätherische Öle erschnuppern, die den Seifen nicht nur verführerischen Duft verleihen, sondern auch unterschiedliche Wirkungen erzeugen. So wirken einige Ölzusätze entzündungshemmend, desinfizierend oder beruhigend auf die Haut ein. „Kaffeeseife ist gut in der Küche zu benutzen, sie vertreibt Zwiebel- oder Knoblauchgerüche von den Händen“, so Britta Heidland. Und Seife mit Salz aus dem toten Meer bewirke auf der Haut einen Peeling-Effekt.

Das Milch-Laugen-Gemisch fügte Oliver Rautenberg nun dem Öl zu, ebenso wie eine gute Portion fein gepulverte Heilerde und ätherisches Lemongrasöl und läutete damit die magische Verwandlung der Zutaten zu einer vanillesoßeähnlichen Konsistenz ein. „Kartoffelbreicharakter wäre nicht richtig“, erklärte er augenzwinkernd. Die cremige Masse füllte er dann in runde Silikonformen. „Einige Seifen fertigen wir auch in einer hölzernen Kastenform, aus denen die Stücke dann viereckig geschnitten werden“, sagte er.

Dreiwöchige Ruhezeit

Drei bis vier Wochen muss die Seife ruhen, dabei langsam abkühlen, ehe der Seifenmacher sie aus den Formen holt. Dann ist sie trocken und haltbar. Für ganz besondere Gelegenheiten gießt Oliver Rautenberg auch ganz besondere Seifen in Formen wie Herzen oder Muscheln. Exemplarisch an einer Wellhornschneckenseife zeigte er, wie er das duftende Stück aus seiner Silikonform schält. Die meisten ihrer Seifen werden übrigens ohne tierische Zusätze hergestellt, sind also vegan.

Die Seifenmacher zeigten eindrucksvoll, dass wohl viel Wissen nötig ist, um Seife herzustellen, aber mindestens ebensoviel Herzblut.

Die alte Gaststätte platzte fast aus allen Nähten, weil so viele Gäste mehr um die früher einmal verpönte Seife wissen wollten, die Britta Heidland und Oliver Rautenberg zum Mittelpunkt ihres Berufslebens gemacht haben. Von Shampooseife, bis solcher zum Rasieren, für Hände und Füße und vieles mehr bieten die Seifenmacher in Manufaktur an.


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