Knuddelfaktor in der Natur In Melle entsteht der „Naturpark Brödel“

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Sie planen den Aufbau des „Naturparks Brödel“ in Westerhausen: Karsten Wachsmuth und Kai Behncke bauen das Projekt ehrenamtlich auf. Foto: Simone GraweSie planen den Aufbau des „Naturparks Brödel“ in Westerhausen: Karsten Wachsmuth und Kai Behncke bauen das Projekt ehrenamtlich auf. Foto: Simone Grawe

Melle. Knapp 7000 Quadratmeter gepachtete Fläche im Meller Bruch unweit der Bahnlinie in Westerhausen: Hier soll Schritt für Schritt ein Kleintierpark entstehen.

Oldendorf. Elf Schafe und mehrere Gänse sind bereits vorhanden. Kai Behncke und Karten Wachsmuth haben die Tiere im Zuge der Anpachtung von einem Landwirt aus Niederholsten übernommen. Und nun haben die beiden große Pläne:

„Es sprudelt nur so von Energie,“ betont Kai Behncke mit Blick auf das ehrgeizige Vorhaben, das er und sein Mitstreiter Karsten Wachsmuth vor Augen haben. Die beiden möchten hier inmitten der Natur den „Naturpark Brödel“ aufbauen.

Brödel?: „Der Name ist aus einer Laune heraus entstanden. Wir beide sind in gewisser Weise Eigenbrödler, brödeln also gern herum. Daraus hat sich die Namensgebung entwickelt,“ sagt Karsten Wachsmuth.

Enten und Ziegen

Einher geht der Aufbau des Umweltschutzprojektes mit der Gründung einer Selbsthilfegruppe zum Thema Depressionen und Angst: „Die Diagnose Angst- bw. Depressionsstörung hat in den vergangenen zehn Jahren massiv zugenommen. Gerade im ländlichen Raum fehlt es jedoch an entsprechenden Anlaufstellen und Beratungsangeboten,“ berichtet Kai Behncke . Er weiß, wovon er spricht: Er selbst ist vormals in die Mühlen dieser schweren Krankheit geraten; es war ein zäher Weg, sie letztendlich zu besiegen: „Heute bin ich Gott sei Dank wieder gesund,“ berichtet der Programmierer.

Neue Selbsthilfegruppe

Er weiß aus eigener Erfahrung, dass in der Regel für eine Therapie eine sehr lange Wartezeit notwendig ist: „Es gibt einfach zu wenig Angebote in solchen Lebenskrisen, gerade auf dem Land,“ führt Behncke aus. Und genau dort setzen er und Karsten Wachsmuth an: Sie planen ab Mai die Gründung einer Selbsthilfegruppe.

Sie ist offen für alle Betroffenen, eine Teilnehmerbegrenzung oder eine Altersbeschränkung gibt es nicht. Dabei geht es nicht um eine professionelle Beratung, sondern vielmehr soll eine klassische Selbsthilfegruppe aufgebaut werden, die sich ausschließlich durch ihre Mitglieder gestaltet.

Ein wesentlicher Bestandteil dieser Gruppe soll dabei das Umweltschutzprojekt “Naturpark Brödel“ sein: „Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass die beruhigende Arbeit mit Tieren zu einer Linderung von depressiven Symptomen bzw. Angstausprägungen führen kann,“ erklärt Kai Behncke.

Und hier bietet das soeben initiierte Umweltprojekt eine Vielfalt von Möglichkeiten: Zu dem vorhandenen Tierbestand sollen in nächster Zeit Hühner, Enten, Ziegen und Kaninchen hinzukommen. Im Sommer sollen sich Hängebauchschweine dazu gesellen und damit den Streichelzoo noch erweitern: „Dazu noch zwei Esel, das wäre ein Traum,“ blickt Behncke voraus.

Daneben sollen sich aber auch die Teilnehmer in die Gestaltung einbringen und Ideen mitbringen: Der Aufbau einer insektenfreundlichen Trockenmauer ist dabei ebenso denkbar wie der Bau von Nisthilfen für Eichhörnchen, Steinkauz oder Singevögel: „Wir wollen auch versuchen, wieder Störche anzusiedeln,“ wünscht sich Bencke. Auch der Aufbau einer Ganzjahresvogelfutterstelle ist vorgesehen.

Und dabei soll es nicht bleiben: Die Initiatoren planen die Anpachtung weiterer Flächen, so zum Beispiel, um den Teilnehmern ein gemeinsames Gärtnern zu ermöglichen. Das Projekt ist auch für Nicht-Betroffene offen.

Die Selbsthilfegruppe trifft sich jeden Mittwoch um 19.15 Uhr bei Behncke in Westerhausen am Wulberg; Fragen beantwortet Kai Behncke ab 18 Uhr unter 0176/84019660; Infos unter www.umweltschutz-und-lebenshilfe.de.


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