In der City unterwegs Melle: Der Graureiher hat sich an Menschen gewöhnt

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Diese listige Maus besuchte kürzlich das Vogelhaus von Willi Birke in Melle. Foto: Willi BirkeDiese listige Maus besuchte kürzlich das Vogelhaus von Willi Birke in Melle. Foto: Willi Birke

Melle . Im zeitigen Frühjahr spielt die Natur immer etwas verrückt. Das merkte jetzt auch Familie Stutmann an der Neulandstraße, die tagelang einen Fischreiher auf dem Dachfirst ihres Nachbarn sitzen sahen. Die freche Maus im Garten von Willi Birke ist dagegen schon ein fast normales Ereignis.

Allerdings gehörte schon etwas Glück und Geschicklichkeit des Fotografen dazu, um das zwar listige, aber auch scheue Tier abzulichten.

„Nicht ungewöhnlich“

Volker Tiemeyer von der Meller Stiftung Ornithologie und Naturschutz (SON) findet auch das Verhalten des Graureihers inzwischen nicht mehr ungewöhnlich. „Die Graureiher haben sich in den vergangenen 20 Jahren in Melle an den Menschen gewöhnt und sind häufiger sogar in der Innenstadt zu beobachten“, erklärte er. Er selbst habe schon bei sich auf dem Tiemeyerschen Getränkelager an der Mühlenstraße einen Reiher auf dem Flachdach herumstolzieren sehen. Auch die kleinen Fischteiche in den Gärten locken die große Vögel an. „Als der Graureiher als Brutvogel vor 30 Jahren nach Melle zurückgekehrt ist, war das noch anders und der seltene Vogel verhielt sich ausgesprochen scheu“, berichtete der Ornithologe.

Population konstant

Obwohl der Reiher in ganz Deutschland unter strengem Artenschutz steht, hat seine Population während der vergangenen 25 Jahre in Melle nicht zugenommen. „Es bleibt je nach Strenge des Winters seitdem bei 20 bis 50 Brutpaaren in sechs kleineren Kolonien im Stadtgebiet“, weiß Tiemeyer.

Auf die Frage, ob das von Privatleuten im zeitigen Frühjahr betriebene Aufhängen von Nisthilfen für Singvögel hilfreich ist, gab der Fachmann eine klare Antwort: „Ja, das ist begrüßenswert, weil es das Bewusstsein der Menschen und insbesondere von Kindern für die Vogelwelt fördert.“ Deswegen sei es auch nicht schlimm, dass mit den Nistkästen meist ohnehin häufig vorkommende Vogelarten unterstützt würden.

Ganzjährig aufhängen

Aus fachlicher Sicht könnten solche Nisthilfen übrigens das ganze Jahr über an Bäumen, Schuppen und Hauswänden angebracht werden. Nur Meisenkästen sollten vorzugsweise schon im Herbst befestigt werden.


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