Konzerte zum 20-jährigen Bestehen Bruchmühlen: Der Shanty-Chor aus der Gartenhütte


Bruchmühlen. In diesem Jahr feiert der Shanty-Chor Bruchmühlen sein 20. Bestehen. Einige Konzerte, wie das traditionelle Herbstkonzert im Meller Forum, sind bereits geplant.

Dass dieser Chor, der seine Anfänge in einer Gartenhütte nahm, schon so lange besteht, freut den Mitbegründer und 1. Vorsitzenden Kurt Sacher besonders. „Eigentlich hatten wir es gar nicht im Sinn, einen Shanty-Chor zu gründen“, sagt Sacher. „Wir waren alle Mitglieder im MGV Germania Bruchmühlen und haben uns getroffen, um auch mal Lieder zu singen, die nicht zum Repertoire gehörten.“ Alle zwei Wochen kamen zehn bis 15 Sänger Sonntagvormittags in der Gartenhütte eines Nachbarn von Sacher zusammen. Schnell entwickelten sich Seemannslieder zu den Favoriten, allemal als ein Akkordeonspieler hinzukam.

Keine Niedersachsen

„Ein Name war schnell gefunden“, erinnert sich der 81-Jährige. „Aus Spaß, und weil die Hütte auf der westfälischen Seite von Bruchmühlen liegt, haben wir beschlossen, keine Niedersachsen aufzunehmen und nannten uns ,Preußen-Chor‘.“

Viele fröhliche Sangesstunden hatte der Chor bereits gemeinsam gehabt, da schlug der damalige Chorleiter Erwin Hambürger 1996 vor, den Shanty-Chor zu gründen. Munter wie die Gruppe war, wählte sie den 1. April als Gründungstag. „Als 1. Vorsitzenden haben wir Marold Buschmann gewählt – und ab diesem Zeitpunkt auch Sänger aus Niedersachsen aufgenommen“, erzählt Sacher schmunzelnd. Heute kommen die Sänger aus Bruchmühlen, Melle, Neuenkirchen, Spenge, Bünde und sogar Hüllhorst.

40 Auftritte im Jahr

Nach dem Tod von Hambürger 1998 übernahm Kurt Sacher die Chorleitung, 1999 auch den Vereinsvorsitz, den er bis heute innehat. 2010 wurde Ingolf Klockmann Dirigent. Kurt Sacher ist Ehren-Chorleiter und springt bei Bedarf ein.

Rund 40 Auftritte hat der Shanty-Chor im Jahr, bekannt ist das Shanty-Festival im Sommer in Schwenningdorf, natürlich das Herbstkonzert in Melle und das Weihnachtskonzert. Bei so vielen Terminen kommt aber auch der Spaß nicht zu kurz. „Als Kilver im Jahr 2002 sein 1150. Jubiläum mit einem Umzug feierte, haben wir ein Boot um einen Anhänger herum gebaut und sind mitgefahren“, berichtet Sacher. Das zehn Meter lange und drei Meter breite Schiff sei zwar nicht schwimmfähig, aber mit einem Trecker oder Lkw lasse es sich gut ziehen. Vielen ist es vom jährlich stattfindenden Bruchmühlener Herbstfest bekannt. Dann steht es auf einem Parkplatz ganz dicht an der Else und die Bar an Bord wird als Getränkeausschank genutzt.

46 aktive Sänger

Die 46 aktiven Sänger, drei Akkordeonspieler und der Schlagzeuger verfügen über ein Repertoire von rund 160 Liedern, deren Texte und Noten sie fast alle auswendig können. „Meistens singen wir auf Deutsch, aber da wir gute Kontakte zu holländischen Shanty-Chören pflegen, sind wir gerade dabei, zwei Lieder auf niederländisch einzustudieren“, berichtet Sacher.

Sogar einen Fanclub haben die Sänger. Das seien meist die Ehefrauen, die bei Auftritten fleißig mithelfen und zudem auch gemeinsame Ausfahrten organisieren.


Der Chor probt jeden Mittwoch von 19 bis 21 Uhr im Torbogenhaus in Bruchmühlen. Sänger und Musiker sind willkommen. Weitere Informationen gibt es bei Kurt Sacher, Tel. (0 52 26) 1 28 54, und Ingolf Klockmann, Tel. (0 57 41) 6 02 08 04.

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