Amateure mit professionellem Ernst Beeindruckende Lesung der Paulusgemeinde Melle

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Das Theater-Team mit (vorne, von links) Noah Sewöster, Mathias Olschewski, Birgit Heitz, Heiner Lause, sowie (hinten von links) Bernhard Julius, Helga Kölling, Jörn Hermsmeyer, Mario Buletta. Es fehlen Chantalle Trusov , Sebastian Olschewski. Foto: Sebastian Olschewski.Das Theater-Team mit (vorne, von links) Noah Sewöster, Mathias Olschewski, Birgit Heitz, Heiner Lause, sowie (hinten von links) Bernhard Julius, Helga Kölling, Jörn Hermsmeyer, Mario Buletta. Es fehlen Chantalle Trusov , Sebastian Olschewski. Foto: Sebastian Olschewski.

Melle. Mit dem Stück „Der Mann am Strick“ betrat die ev.luth. Paulusgemeinde Melle Neuland, denn die Aufführung wurde als szenische Lesung dargeboten.

Von Beginn an gelang es den Mitgliedern des Amateurensembles, die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen. Ganz in schwarz gekleidet saßen sie an mit schwarz – weißen Tüchern behangenen Tischen. Nichts Äußeres sollte die Zuschauer ablenken, hier drehte es sich allein um die Inhalte des Textes.

Psychogramm von Jesus

Zu hören war das interessante Psychogramm des Jesus – Verräters Judas Iskariot. So blieb am Ende des Stückes die Frage offen, ob man ihm mit der Bezeichnung Verräter gerecht wird. Die Intensität, mit der diese Figur und alle anderen Figuren vorgetragen wurde, zeigte deutlich die emotionale Not, in der Judas seinerzeit gesteckt haben muss.

Ein Mensch, dem kein anderer Ausweg mehr bleibt, als seinen besten Freund und sich selbst dem Tod preiszugeben, ist in einer ausweglosen Lage. Fazit des Stückes: Er bedarf nicht der Verurteilung, sondern der christlichen Urtugend: der Vergebung.

Die Mitglieder des Ensembles stellten in ihrer Lesung die Bandbreite von Schuld, Vergebung, Verstoßen und Annehmen glaubhaft dar. Alle Figuren hatten eine starke Bühnenpräsenz, dadurch gelang den Zuschauern der rasche Einstieg in die teilweise sehr komplexen Texte, denen sie bis zum Schluss angespannt folgten.

Der Applaus und die teilweise intensiven Gespräche nach der Vorstellung zeigten die Qualität des Ensembles und die Intensität der Thematik.


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