Bilanz gut, Aussichten mäßig Meller Volksbank: „Die Bedingungen werden härter“

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Nach einem guten Jahr 2015 erwarten Klaus Windoffer (links) und Thomas Ruff 2016 einen Rückgang. Foto: VolksbankNach einem guten Jahr 2015 erwarten Klaus Windoffer (links) und Thomas Ruff 2016 einen Rückgang. Foto: Volksbank

Melle. Die Volksbank Bad Laer-Borgloh-Hilter-Melle hat im vergangenen Jahr mit einem überdurchschnittlichen Wachstum der Bilanzsumme von 5,4 Prozent das Ergebnis des Vorjahres übertroffen.

Weil das Kreditneugeschäft sowohl bei Privat- wie auch bei Firmenkunden um knapp 5,4 Prozent auf 360 Millionen Euro wuchs, hat auch der Zinsüberschuss von 9,9 Millionen Euro auf 10,6 Mio. Euro (+ 6,1 Prozent) zugelegt, wie die Vorstandsmitglieder Thomas Ruff und Klaus Windoffer im Bilanzpressegespräch erklärten.

Rücklauf erwartet

Die Aussichten sind allerdings nicht so gut: „Im neuen Jahr dürfte das Ergebnis angesichts von Regulierungsdruck durch ständig neue Vorschriften, den steigenden Wettbewerb und die anhaltenden Niedrigzinsen rückläufig sein“, so Ruff.

Die Genossenschaftsbank mit einer Bilanzsumme von 434 Millionen Euro sieht sich in einer stabilen Wirtschaftsregion im Osnabrücker Land weiter auf Wachstumskurs. Das Kundenwertevolumen – Bankkredite, Bankeinlagen sowie Bestände bei den Partnern (Schwäbisch Hall, R+&V, Union Investment) erhöhte sich um 3,5 Prozent auf 930 Mio. Euro.

Mit einem vorläufigen Jahresergebnis von 1,16 Prozent vor Steuer und einer geplanten Dividende von wiederum sechs Prozent weist die Bank vergleichsweise gute Werte aus.

Im Kreditgeschäft überdurchschnittlich wachsen

Allerdings werden 2016 die Zinserträge erwartungsgemäß stärker zurückgehen als der Zinsaufwand. Deshalb möchte die Bank im Kreditgeschäft weiter überdurchschnittlich wachsen. Das mittelstandsorientierte Firmenkundengeschäft soll ausgebaut werden, dazu wurde der Personalbestand aufgestockt.

Die Mitgliederzahl stieg erneut auf nun 12630.

Die Service- und Beratungsqualität soll weiter gesteigert werden. Dafür wurde eine Telefonfiliale mit dem VR-Serviceteam Mitte 2015 in Betrieb genommen, die von 8 bis 18 Uhr erreichbar ist.

Online-Bezahldienst

Online-Banking werde bei den Kunden immer beliebter, knapp die Hälfte der Girokontoinhaber nutze es.

Mit Paydirekt bietet die Volksbank ein neues Bezahlverfahren für Online-Einkäufe an. Für Privatkunden ist das kostenfrei. Die Händler hätten das neue Verfahren, aber, bisher nur zögernd umgesetzt, erläuterte Klaus Windoffer.

Die seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 zunehmenden regulatorischen Anforderungen belasteten vor allem die kleineren Kreditinstitute. „Die teilweise völlig überzogenen und undifferenzierten Vorschriften kosten die Bank nicht nur Geld, sondern gefährden möglicherweise langfristig auch die bewährte und erfolgreiche dreiteilige Struktur des deutschen Kreditwesens“, so Ruff. Etwa 1,5 Stellen koste das jährlich an Arbeitszeit.

Einzige Bank mit Crowdfunding

Als nach eigenen Angaben einzige Bank im Osnabrücker Land bietet die hiesige Volksbank Vereinen eine digitale Plattform, um Projekte umzusetzen: www.viele-schaffen-mehr.de. Aus dem Spendentopf der Bank kommen jeweils zehn Prozent hinzu.

50 Vereine und Einrichtungen erhielten von der Volksbank Weihnachtsgeschenke. Aus den Reinerträgen des VR Gewinnsparens sowie weiteren Spenden wurden 37000 Euro übergeben.

Die Risikovorsorge für das Kreditgeschäft sei gut dotiert. Mit einer Eigenkapitalausstattung von elf Prozent liege die Bank deutlich über den künftigen Mindeststandards, führten die Vorstandsmitglieder aus.

Meller Zweigstellen bleiben erhalten

Allerdings befinde die Bankenlandschaft sich im Umbruch. Bewährte Geschäftsmodelle stehen auf dem Prüfstand. Ruff: „Die Zeiten sind nicht einfach. Die Bedingungen werden härter.“ Filialstandorte werden vielerorts geschlossen, nicht jedoch in Melle. Die Zweigstellen Melle-Mitte, Gesmold, Wellingholzhausen und Neuenkirchen bleiben erhalten.

Beide, Ruff und Windoffer, rechnen mit einer Fortsetzung der expansiven (sich ausdehnenden) europäischen Geldpolitik. Aufgrund der geopolitischen Risiken sei am Aktienmarkt weiterhin mit deutlichen Schwankungen zu rechnen.

Rückenwind erwartet die Volksbank durch die geplante Fusion der genossenschaftlichen Zentralbanken DZ Bank AG und WGZ Bank.


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