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66,4 der Landwirte sprechen sich dafür aus Melle: Breite Zustimmung zur Flurbereinigung

Von Simone Grawe | 07.06.2015, 13:29 Uhr

Gesmold/Wellingholzhausen. Mit einer breiten Zustimmung der betroffenen Grundeigentümer kann die Flurbereinigung Gesmold-Wellingholzhausen in die nächste Runde gehen. Mit einer zweidrittel Mehrheit haben sich die Landwirte für das weitere Verfahren ausgesprochen.

Es war eine spannende Frage, vor denen die Mitglieder des Arbeitskreises Flurbereinigung, Vertreter der Stadt sowie des Amtes für regionale Landesentwicklung Weser-Ems am Freitag standen: Wird es seitens der Grundeigentümer eine Zustimmung für die Flurbereinigung Gesmold-Wellingholzhausen geben? Mit Spannung erwarteten sie in der Gaststätte Ausberger Diele auf das Ergebnis der öffentlichen Stimmauszählung.

Dann das Resultat: 149 Teilnehmer haben ihr Votum zu dem vorgestellten Verfahren abgegeben. Davon haben sich 99 Grundeigentümer für die Durchführung des geplanten Flurbereinigungsverfahrens ausgesprochen. Das entspricht einer Zustimmung von 66,4 Prozent. 50 Betroffene haben mit „Nein“ gestimmt.

Fördermittel aus Hannover

Mit diesem breit gefächerten Votum ist das Amt für regionale Landesentwicklung sehr zufrieden: „Die deutliche Mehrheit der Befürworter belegt, dass neben dem objektiven fachlichen Interesse auch das subjektive Interesse der Verfahrensbeteiligten mehrheitlich gegeben ist und das Verfahren weiter verfolgt werden kann,“ äußerte sich Friedrich Völler vom Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems (ArL). Die Landwirte hätten ein positives Signal gesetzt, auf das die beteiligten Behörden nun aufbauen können.

Als Nächstes wird nun der Stadtrat in seiner Sitzung am 8. Juli über die Beteiligung entscheiden, bevor Hannover endgültig über die Freigabe des Verfahrens und die Bereitstellung der Zuschüsse entscheidet.

Eigentümer zahlen

Zu dem Verfahren gibt es aber auch kritische Stimmen. So wiesen bei der Auszählung einige Teilnehmer darauf hin, dass aus ihrer Sicht die Bezeichnung „Flurbereinigung Gesmold-Wellingholzhausen“ irreführend sei, denn 1000 Hektar des ausgewählten Gebietes befänden sich im Stadtteil Gesmold und lediglich nur etwa 50 Hektar im Raum Wellingholzhausen.

Auch sollte betrachtet werden, dass für die Eigentümer der Flächen erhebliche Kosten bzw. Verluste durch das Flurbereinigungsverfahren entstehen. So steht eine Beteiligung des Eigentümers mit 160 Euro pro Hektar im Raum. Außerdem gingen rund ein Prozent der Eigentumsflächen verloren, merkte ein betroffener Landwirt an. Für das auf zehn Jahre ausgelegte Verfahren sind erhebliche Investitionen nötig, so sollen allein 1,4 Millionen Euro in den Wegebau und rund 132000 Euro in die Landschaftspflege und den Gewässerbau fließen. Nach den Richtlinien ist eine Förderung von der EU und dem Land von 70 Prozent möglich.