Ort zur Erinnerung an Nazi-Opfer Gedenkskulptur wird von Meller Schülern geschaffen

Freuen sich über ein gemeinsames Projekt der Erinnerung, das in Melle realisiert wird: Gertrud Remark (BBS), Künstler Gerhard Schengber, Margret Poggemeier (Initiativkreis) und Schulleiter Herrmann Krüssel. Foto: Christina WiesmannFreuen sich über ein gemeinsames Projekt der Erinnerung, das in Melle realisiert wird: Gertrud Remark (BBS), Künstler Gerhard Schengber, Margret Poggemeier (Initiativkreis) und Schulleiter Herrmann Krüssel. Foto: Christina Wiesmann

Melle. Im Grönenbergpark soll eine Gedenkskulptur künftig an die Opfer von Gewalt zur Zeit des Nationalsozialismus in der Stadt erinnern. Schüler der Berufsbildenden Schulen (BBS) Melle werden das Projekt, das aus einer Idee des Initiativkreises „Stolpersteine“ entstanden ist, in den kommenden Monaten realisieren.

„Dieser Ort der Erinnerung soll allen gerecht werden. Auch denen, deren Namen nicht in Archiven zu finden sind“, erklärt Margret Poggemeier. Sie ist Sprecherin des Initiativkreises „Stolpersteine“ und freut sich über das Projekt, das nun in Kooperation mit den BBS und dem Heimatverein Melle umgesetzt wird. „Dank unserer Sponsoren ist all das möglich“, erklärt Margret Poggemeier weiter.

Vom Fundament bis zur Realisierung der Skulptur nach einem Entwurf des Künstlers Gerhard Schengber werden die Schüler im Rahmen dieses besonderen Projektes aktiv. „Ich finde es wichtig, dass es einen Ort der Erinnerung gibt“, betont Schulleiter Herrmann Krüssel.

Bleibender Charakter

Dass die Schüler der BBS das Projekt umsetzen, sich Gedanken zu einer entsprechenden Inschrift des Memorials machen werden und sich mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzen, macht das Projekt in sich „rund“.

„Es wird ein Erinnerungsort mit bleibendem Charakter geschaffen“, ist sich Krüssel bewusst. Dass junge Menschen dabei aktiv sind, eine Brücke aus der Vergangenheit in die Zukunft schlagen, freut ihn und seine Kollegin Gertrud Remark, Koordinatorin der Abteilung Wirtschaft, Verwaltung und Gesundheit, die das Projekt betreut, sehr. „Da wird mit Kopf, Herz und Hand etwas Bleibendes geschaffen“, so Krüssel weiter.

Einweihung April 2016

Zwei Platten aus Cortenstahl, zwei Meter hoch, 20 Zentimeter dick und 80 bzw. 100 Zentimeter hoch werden im Grönenbergpark aufgestellt. Die niedrigere Platte wird oben Metallschleifen aus Cortenstahl haben und stilisierte Köpfe darstellen. Eine Menschenreihe, dicht gedrängt. Sind es Opfer? Können es auch Täter sein? Die hohe Platte kann eine unüberwindbare Barriere darstellen, vielleicht auch ein düsteres Ende prophezeien und zeigen, dass es keinen Ausweg mehr gibt. Um die Gedenkskulptur werden Sitzsteine aufgestellt. Betrachter können somit aus jeder Perspektive ihren eigenen Assoziationen freien Lauf lassen. Offiziell soll die Gedenkskulptur voraussichtlich im April 2016 eingeweiht werden.


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