DVD: Creepy Campfire Stories Horror aus Melle: Demonic Model Agency

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Melle. Vier junge Leute erzählen am Lagerfeuer unheimliche Geschichten. Das ist der Inhalt von „Creepy Campfire Stories“. Eine der drei gruseligen Lagerfeuerstories haben die Gebrüder Dieckmeyer aus Melle für die DVD beigesteuert. „D.M.A.“ steht für „Demonic Model Agency“ und erweist sich als pfiffigste Beitrag.

Zuletzt waren beide Brüder im „Meller Kreisblatt“ sehr präsent, weil sie unabhängig von einander an der ZDF-“Küchenschlacht“ teilgenommen hatten. Für Fabien und Pascal Dieckmeyer sind solche TV-Auftritte aber eher eine Vorspeise. Ihr Hauptgericht heißt weiterhin Horrorfilme und darin sind sie mindestens so gut wie am Herd. Ihre neueste Blutsuppe haben sie auf dem Gut Groß Engershausen (Pr. Oldendorf) angerührt, wobei diese Mahlzeit auch nicht blutiger ausfällt als ihr früheres Werk „Schäferhund süß-sauer“ .

Achtung: Kein Spoileralarm

Zwar sind beide ausgewiesene Genrefans; die Gorehounds zu bedienen, also Fans, die es besonders blutig lieben, ist aber nicht ihr Ziel. Stattdessen setzen die van-Deyck-Brothers (Künstlername) auf eine originelle Story nebst Twist, bei dem – Achtung: kein Spoileralarm – das „Meller Kreisblatt“ eine gewisse Rolle spielt.

Talent als Kamaramann

In der dritten der drei Lagerfeuergeschichten ist Melissa Bindtzeck (19) Vanessa, die ein Fotoshooting für die Demonic Model Agency hat. Genrebedingt geht sie dem Agenturnamen zum Trotze hin und wird von Sophie (Julia von Spiegel) empfangen, die Vanessa zum Schlossherrn Alister führt, gespielt von Moritz von Spiegel, dem Ehemann der Sophia-Darstellerin. Melissas Vater wird von Pascal Dieckmeyer dargestellt, der auch für die Regie verantwortlich zeichnet. Bruder Fabien beweist derweil erneut sein Talent als Kameramann. Ebenfalls erwähnt werden sollte Darsteller Steffen Schrumpf, denn er ist es, der das „Meller Kreisblatt“ (ins Spiel) bringt.

No-Budget-Produktion

Auch die Creepy Campfire Stories sind wie „Schäferhund süß-sauer“ als No-Budget-Produktion entstanden, wobei No Budget nicht bedeutet, dass es keine Kosten gegeben hätte. Das muss man im Hinterkopf haben, wenn man Amateur-Horrorfilme sieht, die natürlich keinen Hollywood-Look vorzuweisen haben und auch keine schauspielerischen Leistungen auf hohem Niveau. Trotzdem erzählt Creepy Campfire seine Stories flott und spannend, allein der mittlere Film „Psy“, dem Genre Haunted House (Spukhaus) zugehörig, fällt etwas ab. Der Opener „Brainscan 3000“ von Alex Lotz hingegen wird all jene befriedigen, die derben Gorekram bevorzugen. Die Rahmenhandlung am Lagerfeuer ist als Klammer unverzichtbar, weiß allerdings nicht wirklich zu überzeugen. Erwähnenswert, zumal für eine No-Budget-Produktion, ist der Soundtrack mit überwiegend Indie- und Hardcorebands, unter anderen Bulletride aus Osnabrück, für die die van-Deyck-Brothers (alias Extreme Script Crew ) schon einige Musikvideos gedreht haben. Der Soundtrack ist sogar auf CD erhältlich.

76 Minuten am Lagerfeuer

76 Minuten verbringt der Zuschauer am Lagerfeuer, 17 davon gehen auf die Kappe der Meller Blutbrüder, die im Oktober 2013 dafür sechs Drehtage auf dem Gut benötigt haben. Bei der Premiere auf dem Indigo-Filmfest im Saarland wurde „Creepy Campfire Stories“ am Samstagabend als letzte Produktion gezeigt und kam gut an. Als nächstes steht eine Vorführung beim „Weekend of Horrors“ (6. bis 8. November) in Bottrop an, dem Branchentreffen der deutschen Horrorgemeinde. Dort werden alle drei Filmcrews mit einem gemeinsamen Stand vertreten sein.

Erster Langfilm

Die van-Deyck-Brothers planen derweil ihren ersten Langfilm, der etwa 75 Minuten Laufzeit haben wird. Wenn alles klappt – und das tut es nie – sollen die Dreharbeiten Ende 2016 abgeschlossen werden.


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