„Gospel trifft Pop“ in Melle Gospelchor Rabber rockt Neuenkirchener Kirche

Von Conny Rutsch

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Neuenkirchen. Mit einem Donnerschlag begann das Konzert des Gospelchors Rabber in der Neuenkirchener Christophoruskirche. Mit einem selbst gemachten.

Händereibend zog der Gospelchor durch das Kirchenschiff in den Altarraum der Christophoruskirche am Sonntag ein. Fingerschnipsen simulierte den einsetzenden Regen, immer stärker anschwellend mit Klatschen auf die Oberschenkel. Und dann erreichte der überraschende Konzerteinstieg mit Sprüngen auf den Holzboden des Podiums, dem Donnerschlag, seinen ersten Höhepunkt nach wenigen Augenblicken.

Bei ABBA muss einfach alles passen

Viele Chöre nutzen dieses Entree für den Song „Africa“, aber auf „California dreaming“ und seine Herbstbeschreibungen passt es ebenso schön. Die 60 Sängerinnen und erstaunlich gut besetzte Männerstimmen legten sich danach mit „Mamma Mia“ von ABBA die Messlatte selbst hoch, denn bei diesem Song, den nun wirklich jeder mitpfeifen kann, muss einfach alles passen. Und es passte alles. Mit einer riesen Portion Temperament führte Chorleiterin Karin Ventker ihren Chor durch rhythmische Klippen oder heikle Einsätze.

Programmrascheln gab es nicht – auch mal sehr erholsam – weil ein Moderatorenteam die Zuhörer in der voll besetzten Kirche in die Songs einführte, kurz und knapp und sehr herzwarm. Den ersten Komplettjubel zettelte der junge, äußerst virtuos spielende Pianist des Chores, Matthias Ventker, an: sein selbst komponiertes Chorstück „Trust in her meaning“ und später sein Solo mit einem Medley aus „König der Löwen“ feierte das Publikum frenetisch.

Herzenssongs

Selbstverständlich hatte der Chor auch Herzenssongs mitgebracht: mit „Gabriellas Song“ aus dem skandinavischen Film „Wie im Himmel“ sang sich Susanne Heisterüber mit Querflötenbegleitung von Jonas Schoster in die Herzen der Zuhörer, was später auch Alexandra Wendland mit „Lean on me“ gelang.

Kein bisschen aufdringlich

Einen der vielen Höhepunkte erreichte der Abend mit dem Lied „One moment in time“ aus dem Film „Bodyguard“: wunderschön gestaltet, sehr harmonisch musiziert, nahezu ebenso ergreifend wie das Original. Sehr überzeugend übrigens, weil kein bisschen aufdringlich, begleitete Schlagzeuger Florian Graf den wunderbaren Abend.

Musik mit Plastikbechern

Eine schöne Idee inszenierte der Chor mit dem „Cup-Song“, einem ursprünglich aus dem Countrybereich stammenden Stück, das die drei Mädchen Maike, Lara und Pia unterstützt von Jonas Schoster percussionistisch unterstützten. Wie zum Würfelspiel schlugen sie bunte Plastikbecher rhythmisch auf Stehtische.

Extra ein Klavier mitgebracht

Der Gospelchor aus Rabber war vom JeKaMi-Chor aus Neuenkirchen, sprich von Chorleiterin Hildrun Balz, eingeladen worden. Mit einem eigens für deren Empfang komponierten und getexteten Begrüßungs-Blues lockten die Gastgeber den Gospelchor in den Altarraum. Dieser hatte sein eigenes Klavier – kein Keyboard! – mit zum Konzert transportiert, weil es in der Neuenkirchener Kirche keines gibt.

Darum hatten die Chöre dann auch mit der Kirchengemeinde die Spende am Ausgang des ansonsten freien Abends für ein Klavier vereinbart.

Einen wunderbar herzwarmen und musikalisch hochwertigen Abend ließen die begeisterten Zuhörer nicht ohne Standing Ovations und viele Zugaben zu Ende gehen.


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