Foxhound-Meute aus Warendorf Hubertusjagd auf Schloss Gesmold: Immer der Nase nach


cew Gesmold. Mehr als ein halbes Jahrhundert alt ist die Tradition der Schleppjagd am Schloss Gesmold. Was vor vielen Jahren als Jagdausflug für britische Gäste begann, zieht auch heute noch zahlreiche Jagdreiter und Zuschauer in seinen Bann. Jahr für Jahr organisiert der Ländliche Reit- und Fahrverein Melle-Gesmold die Hubertusjagd. Am vergangenen Sonntag war es erneut soweit.

Im kühlen Herbstsonnenlicht erstrahlte das Schloss, ein wolkenloser blauer Himmel versprach bestes Wetter zur traditionellen Reitjagd durch Feld und Flur.

In prachtvoller historischer Kulisse versammelten sich mittags vor dem zweiflügeligen Renaissanceschloss gut 60 Reiter und Amazonen zum Stelldichein. Mit dabei waren natürlich auch die Foxhounds vom „Jagdclub Warendorfer Foxhounds“ – mit 21 ½ Koppeln.

Jagdsignale von den Bläsern

In gewohnter Manier spielten die Jagdhornbläser Grönegau vor dem Schloss einige Jagdsignale, Jagdherr Hans-Adam Freiherr von Hammerstein begrüßte die Teilnehmer.

Auf rund 18 Kilometern erwarteten die Reiter etwa 20 jagdgerechte Hindernisse. Im ersten Feld starteten die erfahrenen Reiter. Sie folgten mit nur geringem Abstand der Equipage, in der Hundeführerin Elke Homann und Karl-Heinz Becker mit seinen Töchtern Christina und Alice unterwegs waren.

Christina Becker legte die Schleppe aus. „An meinem Sattel hängt ein kleiner Kanister, wo die Lake raus tropft“, erzählte die Schleppenlegerin kurz vor der Jagd.

Auf die Pansen-Lake sind die Foxhounds aus Warendorf von klein auf an geprägt. Entsprechend munter, jaulend und bellend gingen die 43 Hunde zügig auf die ausgelegte Schleppe.

Im zweiten Feld folgten die Reiter, die nicht springen, für Reitanfänger und junge Reiter gab es das dritte Feld. Dafür, dass keiner unterwegs verloren ging, sorgten die „Lumpensammler“.

Über Gesmold und Nemden führte die ausgelegte Schleppe die Reiter über Wiesen, Stoppelfelder und durch herbstlich-bunte Wälder zum Zwischen-Halali zum Gut Ledenburg.

Ritt durch die Else

Am späten Nachmittag kehrten Amazonen und Reiter, Foxhound-Meute und Lumpensammler zum Schloss Gesmold zurück, absolvierten aber zuvor noch den traditionellen Ritt durch die Else. Zahlreiche Zuschauer waren an diesem Tag dabei und genossen den Einblick in den beliebten Jagdsport, der mit herrlichem Ambiente vor barocker Kulisse Jahr für Jahr so viele nach Gesmold lockt.

Vor dem Schloss gab es dann mit dem Curée den wohlverdienten Pansen für die Hunde und, ganz traditionell, für die Reiter den Bruch.