Frank Vornholt bewertet Kabinettsbeschluss als Riesenerfolg Initiative begrüßt Erdkabel-Entscheidung

ARCHIV - Zwei Prototypen für Erdkabel mit drei Adern liegen am 06.02.2013 in Göttingen (Niedersachsen) unter einer Hochspannungsleitung. Ein verstärkter Einsatz von Erdkabeln beim Ausbau der neuen Stromtrassen könnte nach Ansicht von Niedersachsens Regierungschef Weil den Zeitplan der Energiewende verzögern. Foto: Julian Stratenschulte/dpa (zu lni „Weil: Erdverkabelung kann Netzausbau für Energiewende bremsen“ vom 18.07.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++ARCHIV - Zwei Prototypen für Erdkabel mit drei Adern liegen am 06.02.2013 in Göttingen (Niedersachsen) unter einer Hochspannungsleitung. Ein verstärkter Einsatz von Erdkabeln beim Ausbau der neuen Stromtrassen könnte nach Ansicht von Niedersachsens Regierungschef Weil den Zeitplan der Energiewende verzögern. Foto: Julian Stratenschulte/dpa (zu lni „Weil: Erdverkabelung kann Netzausbau für Energiewende bremsen“ vom 18.07.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Wellingholzhausen. Erdkabel statt Monstertrassen: Darauf hat sich das Bundeskabinett beim Ausbau der Stromnetze geeinigt. Die Bürgerinitiative „Keine 380-Kv-Leitung im Teuto“ bewertet den Kabinettsbeschluss als Riesenerfolg.

„Mit dieser Entscheidung wird unser bisher größtes Problem, die fehlende Rechtsgrundlage für Erdverkabelung beseitigt,“ betont Initiativensprecher Frank Vornholt auf Nachfrage des „Meller Kreisblattes“. Dies sei ein großer Erfolg.

Bayern profitiert zunächst

Zunächst allerdings profitiere Bayern von dem neuen Kabinettsbeschluss. Denn: Der Südlink, die wohl bekannteste Stromautobahn Deutschland, werde vorwiegend in die Erde verlegt. Dort gelte das Vorrecht des Erdkabels, äußert sich Frank Vornholt. Gleichzeitig werden aber auch weitere Pilotprojekte für Wechselstrom in das Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) aufgenommen, wovon auch die Strecke 16 von Wehrendorf nach Lüstringen profitiert.

Mit Blick auf die zu erwartenden Kosten sollte man zum jetzigen Zeitpunkt eher zurückhaltend sein, mahnt der BI-Sprecher, denn da die Erdkabeltechnik bisher kaum realisiert wurde, lägen tatsächliche Kosten noch nicht vor: „Auch wurden bei den bisher bekannten Kosten nie die Einsparpotenziale von Erdkabeln gegengerechnet,“ stellt Frank Vornholt fest.

Keine Probleme in den Niederlanden

Es bleibe abzuwarten, wie nun insgesamt die Erdkabelhersteller mit der neuen Situation umgehen. Bereits jetzt sei festzustellen, dass viel Bewegung in den Markt der Erdkabel gekommen sei. So werden sich nach Einschätzung des BI-Sprechers Angebot und Nachfrage sehr zügig auf die Preisentwicklung auswirken. Bereits am Runden Tisch mit den Technikern von Siemens habe man festgestellt, dass die technische Machbarkeit nicht das Problem ist: „Die Kosten werden sich mit einem flächendeckenden Einsatz sehr schnell reduzieren,“ ist sich Frank Vornholt sicher. Auch der Vorhabenträger Tennet, der in den Niederlangen Erdkabelstrecken realisierte, habe betont, dass die viel beschworenen Probleme, wie zum Beispiel Erdwärme, dort nicht aufgetreten seien, unterstreicht Frank Vornholt.

Gesundheitliche Auswirkungen

Auch hinsichtlich der gesundheitlichen Auswirkungen fühlt sich die Initiative bestätigt. So belegen aktuelle Studien nunmehr den Einfluss von Hochspannungsleitungen auf den Hormonspiegel des Menschen und damit auf seine Abwehrkräfte.

Positives Signal von Berghegger

Bereits vor der Sitzung in Berlin hatte der heimische Bundestagsabgeordnete André Berghegger über die anstehenden Gesetzesberatungen informiert. Auch, dass weiterhin die Trasse von Wehrendorf nach Gütersloh als Pilotstrecke vorgesehen ist, war Gegenstand der Information: „Auch André Berghegger bewertet die aktuelle Entwicklung als sehr positiv für unsere Region,“ resümiert Frank Vornholt.

Beratung im Wirtschaftsausschuss

Nach dem Kabinettsbeschluss wird der Wirtschaftsausschuss am Mittwoch dieser Woche öffentlich beraten. Mindestens fünf Mitglieder der Bürgerinitiative werden anwesend sein und die Sitzung verfolgen. Frank Vornholt geht davon aus, dass die zweite und dritte Lesung im November zu erwarten sind, sodass das Gesetz noch in diesem Jahr verabschiedet werden könnte. Unter dieser Prämisse müsste das laufende Raumordnungsverfahren unter anderen Vorzeichen erneut durchgeführt werden.

Die Initiative fühlt sich bestätigt und will ihren bisherigen Weg weitergehen.


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