Geruchssinn der Mutter Test: Können Mütter ihr eigenes Baby erschnuppern?

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Der Geruchstest mit Hebamme Michaela Nickel (rechts): Mütter versuchen, mit verbundenen Augen ihr Baby am Geruch auszumachen. Foto: Luisa SpanierDer Geruchstest mit Hebamme Michaela Nickel (rechts): Mütter versuchen, mit verbundenen Augen ihr Baby am Geruch auszumachen. Foto: Luisa Spanier

Melle. Gerüche spielen in der Bindung zwischen Mutter und Kind eine große Rolle. Dass Babys ihre Mütter am Geruch erkennen können, steht fest. Doch wie ist es andersherum? Können Mütter ihr eigenes Baby erschnuppern? Wir haben den Test gewagt.

Babys duften nach Liebe, so das allgemeine Empfinden frischgebackener Mütter - doch dabei hat jedes Kind auch seinen ganz eigenen Geruch.

Die Mütter im Rückbildungskurs bei Hebamme Michaela Nickel in Melle sind sich einig: „An der Stimme erkennen wir unsere Babys auf jeden Fall, aber auch nur der Geruch müsste ausreichen.“ Alle fünf sind sich auch sicher, dass am eigenen Kind zu riechen, ein ganz besonderes Erlebnis ist: „Die Haare, im Nacken und am Hals – das duftet einfach nach Baby.“, schwärmen sie.

Unter fünf Kindern das eigene erschnuppern

Kurzerhand werden die Babys, alle im Alter von 9 bis 15 Wochen nebeneinandergelegt und den Müttern die Augen verbunden: Jetzt sollen sie ihr eigenes unter fünf anderen Kindern am Geruch ausmachen. Einziges Realitätsproblem des Testes? Babys sind nun einmal nicht geräuschlos. Schon beim ersten Ton des eigenen Sprösslings, der nicht lange auf sich warten lässt, weiß jede Mutter: „Das ist meins!“ Da reicht sogar ein kurzes Atmen oder Schnauben aus.

Auch wenn das eigene Baby am Geruch bereits erahnt werden konnte, der Ton war dann doch die sichere Bestätigung – so das Fazit der Mütter. (Weiterlesen: Warum riechen Babys so gut?)

Hebamme Lisa Beier erklärt, dass Babys sofort nach der Geburt der Mutter übergeben werden und sich ihren Geruch merken – auch weil andere Sinne, wie das Sehen, noch gar nicht so ausgeprägt sind. „Ich könnte mir vorstellen, dass es andersherum auch gut funktionieren kann. Besonders bei Müttern, die stark in sich hinein hören und sich auf ihre Gefühle verlassen.“, vermutet sie.

Pflegemittel verfälschen Geruch

„Der Eigengeruch des Kindes kann außerdem durch Pflegemittel, die Parfum oder andere Zusatzstoffe enthalten, verfälscht werden“, gibt Michaela Nickel zu bedenken. Vor allem in den ersten Wochen nach der Geburt könne sie sich vorstellen, hätte das Experiment funktioniert: „Denn da kuscheln und riechen Mütter ihr Baby oft tagelang.“ Später werde nicht mehr so viel Zeit miteinander verbracht und es kämen auch Einflüsse von außen hinzu. (Weiterlesen: Mehr als „Mief“: Wie entsteht Familiengeruch?)


Unsere redaktionelle Serie „Familie mit allen fünf Sinnen erleben!“ findet vom 12. September bis Mitte Oktober 2015 statt. Auf dem Familienportal finden Sie weitere Artikel, Reportagen, Interviews, Videos und Bildergalerien, die sich mit dem Thema der Woche beschäftigen. Auch die kostenlosen Familienveranstaltungen werden dort aufgelistet.

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