Berüchtigt für pompösen Lebensstil Gut Ostenwalde: Residenz von Feldmarschall Montgomery

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Oldendorf. Feldmarschall Bernard Law Montgomery überquert im Februar 1945 den Rhein. Er besetzt mit seinen Truppen die gesamte Nordseeküste bis zur dänischen Grenze und verhindert so das Eindringen der Roten Armee nach Dänemark.

Die 6. Airborne Division erreicht mit der 5. Parachute-Brigade Anfang April 1945 den südwestlichen Rand von Osnabrück. Weiter südlich erreicht am Abend des 3. April die Nr. 1 Squadron mit der 3. Parachute Brigade Wissingen (Gemeinde Bissendorf). Tags darauf kommt es in Ellerbeck zu einem etwa zweistündigen Gefecht.

Am 4. April überqueren Panzer der Alliierten die Gemeindegrenze und erreichen mit Westerhausen den Grönegau. Die deutschen Soldaten Adolf Rose, Alfred Adam und Kurt Ficker, die die Osnabrücker Straße überquerten, konnten sich nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen und bezahlten das Aufeinandertreffen mit den Alliierten mit ihrem Leben. In Westerhausen schossen die einrückenden Truppen mit Phosphorgranaten 24 Häuser in Brand.

Ankunft am 4. April 1945

Auf ihrem Durchmarsch bis nach Buer inspizieren die Truppen um Generalfeldmarschall Bernard Law Montgomery am 4. April 1945 das Gut Ostenwalde. Zunächst gehen die Bewohner des Gutes davon aus, dass nach diesem Besuch alles vorbei ist. Doch nur einen Tag später kommen die Engländer zurück. Im Mai werden die Eigentümer, die Familie von Fincke, aufgefordert, das Gut binnen 24 Stunden zu verlassen.

Sie finden Unterkunft bei dem Gastwirt Karl Wesseler in Oldendorf, und Gut Ostenwalde wird so zur Privatresidenz des englischen Feldmarschalls.

Und Montgomery? Der war berühmt als Disziplinfanatiker und berüchtigt für seinen bisweilen pompösen Lebensstil. So wollte „Monty“, dass in seinem Büro Elefantenzähne aufgestellt werden, die ihn möglicherweise an seinen erfolgreichen Afrika-Einsatz 1942 und den Triumph über die Wüstenfuchs Rommel erinnern sollten. Außerdem wünschte er Pfauen von Groneck in Handarpe in „seinem“ Garten und Schwäne von Müller Lienenbrink auf Gut Sondermühlen für die Teiche des Gutes. Die Firma Eckwardt aus Osnabrück baute eine Baracke im Garten zu einem Church House für etwa 60 Personen um. Sonderlich geduldig war der Feldmarschall bei all seinen Vorhaben nicht. Der Föckinghauser Historiker Werner Imbrock weiß: „Das alles hatte nicht etwa irgendwann, sondern sofort zu geschehen.“

Gestört haben Montgomery auf Gut Ostenwalde hingegen die unermüdlich quakenden Frösche. Die ließ der resolute Feldmarschall zu den Teichen an der ehemaligen Sandgrube an der Betonstraße bringen. Das deutsche Personal gab sein Bestes – trotzdem kamen die Tiere nach ein paar Tagen zurück. Sie ließen sich von Montgomery keinen Befehl erteilen.


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