Straße „Zur Waldkirche“ zu eng Geplantes Neubaugebiet sorgt Anwohner in Melle-Bennien

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Wie eng es in der Straße „Zur Waldkirche“ in Bennien zugeht, demonstrieren Anwohner mit zwei ihrer Pkw. Sie möchten eine andere Erschließung eines neuen Baugebietes erreichen. Foto: Michael HengeholdWie eng es in der Straße „Zur Waldkirche“ in Bennien zugeht, demonstrieren Anwohner mit zwei ihrer Pkw. Sie möchten eine andere Erschließung eines neuen Baugebietes erreichen. Foto: Michael Hengehold

Bruchmühlen. Anlieger in Bennien wenden sich gegen eine Planung, nach der das neue Baugebiet „Zur Waldkirche“ durch die schmale Straße „Zur Waldkirche“ erschlossen werden soll.

„Wir sind besorgt, dass die Planung die Verkehrssituation für uns weiter verschlechtern wird“, sagte Remmert Feldkirch bei einem Pressegespräch mit Anliegern der Straße „Zur Waldkirche“ und der benachbarten Ohsenstraße.

Derzeit bildet die Straße „Zur Waldkirche“ quasi das Ende der Siedlung, dahinter liegen Wiesen. Dort soll auf 20000 Quadratmetern ein neues Baugebiet für etwa 20 Häuser entstehen, das ebenfalls „Zur Waldkirche“ heißt. Dessen Erschließung, also Zufahrtmöglichkeit, soll über die Straße „Zur Waldkirche“ erfolgen, so die bisherige Planung.

Halbstündlich umparken

„Unsere Straße ist mit nur 3,70 Meter viel zu schmal. Wenn es zu Begegnungsverkehr kommt, müssen jetzt schon oft private Einfahrten mitgenutzt werden“, argumentieren die Anlieger. Bei Lkw-Verkehr gehe gleich gar nicht mehr. Deshalb parke in der Regel auch kein Anlieger seinen Wagen auf der Straße, „denn dann kann man alle halbe Stunde rausrennen und den Wagen wegfahren, weil jemand nicht durchkommt“, so Remmert Feldkirch.

Die grundsätzliche Planung eines neuen Baugebietes sehen die Anlieger, die in einer Ortsratssitzung eine Unterschriftenliste mit 35 Unterzeichnern eingereicht haben, positiv. „Der kleine Ort Bruchmühlen und die Infrastruktur hier können auf Dauer nur mit jungen Neubürgern erhalten bleiben“, sind sich die Anlieger einig.

Ohne Umwege zur Ortsmitte

Alternativ schlagen die Anlieger vor, das neue Baugebiet über den gut ausgebauten Sandhorstweg zu erschließen. Der weise eine 5,78 Meter breite Fahrbahn auf, außerdem Rad- und Gehweg. Ein weiterer Vorteil sei, dass die künftigen Bewohner des Neubauviertels über den Sandhorstweg „direkt und ohne Umwege“die Ortsmitte erreichen könnten, so die Anlieger.

Die Anlieger haben einen Städteplaner gebeten, die Alternative einmal durchzurechnen. Der komme zu dem Ergebnis, dass bei einer Erschließung über den Sandhorstweg lediglich drei Euro Mehrkosten pro Quadratmeter anfallen würden. Diese mögliche Erhöhung empfinden die Anlieger als einen Betrag, der keinen Häuslebauer vom Erwerb abhalten dürfte.

Die Bennier setzen ihre Hoffnung nun in den Ortsrat. Der hatte in der angesprochenen Sitzung bei einer Enthaltung durch die Grünen dem Vorschlag entsprochen, die Anbindung über den Sandhorstweg durchrechnen zu lassen.

Sitzung im September

„Wir müssen das aber nicht nur unter wirtschaftlichen sondern auch unter technischen Gesichtspunkten untersuchen“, so Ortsbürgermeister Axel Uffmann (SPD) gestern auf Anfrage unserer Redaktion. Der Tenor im Ortsrat sei gewesen, die Anbindung – so möglich – über den Sandhorstweg vorzunehmen. Die Straße sei auch beim Aufstellungsbeschluss im Frühjahr schon die favorisierte Lösung des Ortsrats gewesen, aber in der Planung der Stadt zunächst nicht berücksichtigt worden. Warum ignoriert die Stadt das Votum des Ortsrates? Uffmann: „Wahrscheinlich aus wirtschaftlichen Gründen.“

Der Ortsbürgermeister geht davon aus, dass die Neuberechnungen im September vorliegen, noch im selben Monat soll es eine (bislang nicht terminierte) Ortsratssitzung geben.


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