Sandsäcke sollen Eingang schützen Unwetter verursacht Schlammlawinen in Melle

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Melle. Es krachte und rumpelte im Grönegau, Blitz und Donner brachten am späten Montagabend zusätzlich Starkregen mit. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz. Und das ist der Stand der Dinge am Dienstagmittag:

Der Regen hat zahlreiche Gullys und Keller überflutet und brachte ganze Gerölllawinen mit sich. So waren die Feuerwehren ab dem späten Montagabend bis in die Nacht hinein im Dauereinsatz. Sie wurden zu kleineren und größeren Wasserschäden gerufen, die quer durch den Grönegau bei dem Regen aufgetreten waren. In Eicken-Bruche rückten Anwohner den Wassermassen selbst mit Eimern zu Leibe. Seit geraumer Zeit kann das Wasser dort in der Westerheide nicht mehr richtig abfließen und staut sich auf den Höfen, teilweise bis in die Häuser hinein.

Graben musste Neubauten weichen

„Der Graben ist weg“, schimpften betroffene Anwohner aus der Straße über den früheren Regenablauf, der für Neubauten weichen musste, zuvor jedoch stets zuverlässig die Regenmassen aufgenommen hatte. Die Ortsfeuerwehr Bakum brachte Sandsäcke und sicherte damit unter anderem einen Hauseingang. Mirco Brinkmann, Ortsbrandmeister der Ortsfeuerwehr Bakum, berichtete: „Es ist heute wegen des Wetters einiges los in Melle.“

Geröll- und Schlammlawinen

Vom Meller Berg ist das Wasser in Richtung Stadtmitte gelaufen, hat an der Ecke Hermann-Unbefunde-Straße/Pestelstraße ganze Geröll- und Schlammlawinen aus der Neubausiedlung am Hang mitgerissen. Überall lagen Steine auf der Straße, die das Befahren deutlich erschwerten. „Da muss ein Radlader kommen“, berichteten die Feuerwehrmänner, „da geht die Beseitigung nicht auf die Schnelle.“

Noch in der Nacht begannen Mitarbeiter des Baubetriebsdienstes, die Folgen der sintflutartigen Niederschläge zu beseitigen, berichtete Mediensprecher Jürgen Krämer. So wurden Teile der Hermann-Unbefunde-Straße mit schwerem Gerät vom Schlamm befreit, der sich vom Meller Berg auf die Fahrbahn ergossen hatte.

Die Wassermaßen nahmen mit einer derartigen Wucht ihren Weg, dass westlich der Hermann-Unbefunde-Straße Bankette förmlich fortgespült wurden, teilte die Stadt weiter mit. Am Ende taten sich an einigen Stellen bis zu einem halben Meter tiefe Gräben auf. Auch dort waren Mitarbeiter des Baubetriebsdienstes im Einsatz, um die Schäden mit dem Auftragen von Schotter zu beseitigen.

Darüber hinaus sicherten die Mitarbeiter den westlichen Teil des neuen Regenrückhaltebeckens an der Pestelstraße. Dort war infolge der Wassermassen ein Stück des Ufers abgesackt,führte Jürgen Krämer aus.

Eine Horde Ratten

Ansonsten hatte der Regen an einigen Stellen Gullys geöffnet.

Im wahrsten Sinn des Wortes „tierisch was los“ war auch in Oldendorf. Dort lief eine Horde Ratten zielstrebig im strömenden Regen in Richtung Berg. Offenbar waren die Tiere von den Regenmengen in der Kanalisation überrascht worden und suchten sich ein neues, trockeneres Versteck.

Der starke Regen hat auch an anderen Stellen in Melle vereinzelte Feuerwehreinsätze verursacht, berichtet Feuerwehr-Pressesprecher Martin Dove. Am Selholfer Weg floss Regenwasser durch einen Schacht in einen Keller sowie aus einem Ablauf herunter in eine Tiefgarage. Die Folge: In beiden Gebäuden sammelte sich das Wasser 35 bis 40 Zentimeter hoch. Die Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Altenmelle setzte drei Elektrotauchpumpen sowie zwei Feuerlöschpumpen ein, um die größere Wassermenge auf die umliegenden Felder abzuleiten. Eine Tauchpumpe im Regenwasserschacht sollte hier verhindern, dass erneut Wasser nachfließt. Der Einsatz der Ehrenamtlichen war hier bis 2 Uhr nachts gefragt.

Weitere Häuser in Hoyel am Martmühlenweg, in Buer an der Stüvestraße nahe des Suttbachs sowie in der Nacht auch an der Straße „An der Brehmke“ waren von Wasserschäden durch die großen Regenmengen betroffen – ebenso an der Telgheide in Markendorf, wo der Pauschbach mehrere Keller unter Wasser setzte. Auch hier halfen die Ortsfeuerwehren im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Das ging jedoch nicht überall: In einem Keller hatten sich lediglich wenige Zentimeter Wasser gesammelt. „Die Pumpen der Feuerwehr brauchen aber in der Regel einen deutlich höheren Wasserstand, um überhaupt saugen zu können“, sagt Martin Dove. Da halfen dann nur noch Aufnehmer und Eimer.

An der Autobahnunterführung unweit des Reinickendorfer Rings, dieser Bereich wird stark von Fahrradfahrern frequentiert, mussten Bauhofmitarbeiter nach Angaben der Stadt die Straße reinigen, nachdem sich größere Schlammmengen von einem angrenzenden Acker auf die Fahrbahn ergossen hatten.

Ein Kernproblem bestand gerade in den ländlichen Außenbereichen darin, dass durch das massive Niederschlagsaufkommen Erdreich von Feldern und Gräben gespült wurde. Der Schlamm verstopfte daraufhin verschiedene Durchlässe, sodass es zur Überschwemmung von Straßen und Feldwegen kam, unter anderem in Markendorf und Sehlingdorf.

Noch in der Nacht stellte der Baubetriebsdienst der Ortsfeuerwehr Bakum rund 20 Sandsäcke zur Verfügung. Zudem versorgte ein Fahrer die Ortsfeuerwehr Buer mit etwa 40 Sandsäcken.

Der Dank der Stadt Melle gilt allen Feuerwehrfrauen und -männern, die vom späten Montagabend an bis tief in die Nacht hinein im Einsatz waren – und zwar unter Einsatz des eigenen Lebens, da das Unwetter immer wieder mit Blitzeinschlägen verbunden war.


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