Sprache für die gesamte Welt Esperantistin bei Manfred Kloweit-Herrmann in Melle

Die Esperanto-Flagge ist dabei: Alla Konoval aus der Ukraine war zu Besuch bei Mandred Kloweit-Hermann in Meesdorf. Foto: Christina WiesmannDie Esperanto-Flagge ist dabei: Alla Konoval aus der Ukraine war zu Besuch bei Mandred Kloweit-Hermann in Meesdorf. Foto: Christina Wiesmann

cew Buer. Am Mittwochnachmittag bekam Manfred Kloweit-Herrmann Besuch. Alla Konoval, die in Kiew wohnt, machte auf ihrer Rückreise vom Esperanto-Treffen in Lille/Frankreich bei ihm in Meesdorf Station.

„Seit 100 Jahren treffen sich Esperantisten einmal im Jahr“, verrät Manfred Kloweit-Herrmann, der diese Sprache, die als leicht erlernbare und neutrale Plansprache gilt, selbst seit etwa acht Jahren spricht.

In Lille waren 2484 Esperantisten aus insgesamt 80 Ländern dabei. Auch Alla Konoval nahm an dem Treffen teil. Auf ihrer Rückreise in die Ukraine machte sie nun Station bei verschiedenen Esperantisten, um sich auf Esperanto zu unterhalten und auszutauschen. So auch bei Manfred Kloweit-Hermann im beschaulichen Meesdorf.

„Wir kennen uns seit vier Jahren“, erzählt Kloweit-Herrmann, „auf einem Esperantisten-Treffen in der Slowakei haben wir uns kennengelernt.“ Er ist nach eigenen Angaben wohl der einzige Meller, der diese besondere Sprache aktiv spricht und freute sich deshalb über den Besuch, um sich gemeinsam mit der Ukrainerin Alla Konoval auf Esperanto zu unterhalten zu können.

„Esperanto wird weltweit auf Augenhöhe gelernt“, so der 75-jährige Meesdorfer, der via Skype oder per E-Mail zum Beispiel mit Esperantisten in Brasilien, Israel oder Vietnam kommuniziert. „Wer das System der Sprache einmal verstanden hat, der lernt recht schnell“, hat Manfred Kloweit-Herrmann festgestellt. Und: „Jugendliche können Esperanto Erwachsenen gegenüber als eine Art Geheimsprache nutzen.“

Für ihn und Alla Konoval ist diese Sprache allerdings der Schlüssel zu einer weltweit großen Gemeinschaft und zu den verschiedensten Kulturkreisen. So findet die Ukrainerin passende Worte über die Entscheidung, selbst Esperanto zu lernen. Sie erklärt, dass es zwar viele Sprachen auf der Welt gebe, aber leider keine Kontakte untereinander. Mit Esperanto sei dies hingegen möglich.

Am Donnerstagnachmittag geht Alla Konovals Reise nach einer Übernachtung in Meesdorf weiter. Sie reist zunächst nach Berlin, anschließend nach Warschau. Sie übernachtet jedes Mal bei Esperantisten. Sprachprobleme? Auf keinen Fall. Denn mit dieser Sprache sind Esperantisten auf der ganzen Welt zuhause.