Klein, aber leistungsfähig Melle: Feuerwehr Groß Aschen begeht 125. Jubiläum

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Riemsloh. Die Nachbarn schmückten die Straße und stellten eine Feuerwehr-Strohpuppe auf. So bunt empfing die Freiwillige Feuerwehr Groß Aschen am Wochenende ihre Gäste zum 125-jährigen Jubiläum.

Bürgermeister Reinhard Scholz, der eigens seinen Umzugsurlaub unterbrochen hatte, ging dann auch auf die geschmückten Straßen ein. „Sie zeigen die Verbundenheit des Ortes mit der Wehr“. Die Feuerwehrhäuser seien nicht nur für den Brandschutz da, sondern bildeten auch einen sozialen Mittelpunkt. „Bei mir haben die kleinen Wehren einen Stein im Brett“, legte Scholz ein klares Bekenntnis für alle 16 Feuerwehren der Stadt ab.

Als Grundausstattungsfeuerwehr umfasst die Wehr in Groß Aschen zum Jubiläum 25 Aktive, zehn Mitglieder in der Altersabteilung und 63 passive Mitglieder. Ortsbrandmeister Hartmut Rahe meinte, Groß Aschen sei sicherlich eine der kleinsten Wehren im Stadtgebiet. „Trotzdem meine ich, dass auch wir kleinen Wehren durchaus leistungsfähig sind.“ Gerade für das Problem der Tagesalarmsicherheit seien die kleinen Wehren ein Teil der Lösung. Die Freistellung der Aktiven aus seiner Ortsfeuerwehr sei in der Regel möglich. Rahe bedankte sich dafür bei den Arbeitgebern. Dann ging auch der Ortsbrandmeister auf die sozialen Aspekte ein: „Der Zusammenhalt in kleinen Orten wie Groß Aschen wird durch die Feuerwehr noch mehr gestärkt. Das kulturelle Leben in den Ortschaften wird durch die Feuerwehr aufrechterhalten, die viele Veranstaltungen im Ort begleitet oder sogar selbst ausrichtet.“

Familiäre Feierlichkeiten

Der familiäre Charakter in Groß Aschen zeigte sich auch im Festprogramm. Am Samstag gab es kein offizielles Programm. 200 Feuerwehrleute und Nachbarn feierten abends eine Geburtstagsparty. „Dann können wir uns auch mal in zivil ganz ungezwungen kennenlernen“, freute sich Rahe.

Während der Feierstunde bedankte er sich bei allen Unterstützern der Veranstaltung. Ein besonderer Dank ging an die Familie Finkemeyer, „denn so ein Event geht weit über das normale Maß der Hausmeistertätigkeit hinaus“.

Stadtbrandmeister Rainer Schlendermann rief die Groß Aschener auf, weiterhin im Ort verwurzelt zu bleiben. Des Weiteren stellte er fest, dass die ehrenamtliche Hilfe nur mit großem Engagement möglich sei. Er betonte, dass in und von der Feuerwehr alle Menschen gleichbehandelt würden. Dabei sei es beispielsweise egal, welche Hautfarbe oder welche Rasse die Menschen hätten.

Kreisbrandmeister Conny van der Water überbrachte zum Jubiläum die Grüße der Kreisfeuerwehr und überreichte eine Urkunde an Hartmut Rahe. Ortsbürgermeister Günter Oberschmidt dankte der Wehr im Namen des Ortsrates auch für ihre dörfliche Unterstützung. Für die Nachbarfeuerwehren aus Bruchmühlen, Riemsloh und Hoyel verschenkten Heinz Bonhaus und Werner Rothkopf einen Präsentkorb. Auch die Löschgruppe Spenge-Mitte überbrachte herzliche Grüße.

Bei aller Feierlaune hat die Ortswehr auch an ihre verstorbenen Kameraden gedacht. Ihnen zu Ehren steht am Eingang zum Hof der Feuerwehr nun ein Gedenkstein, vor dem zwei Bänke zum Verweilen Einladen. Pastorin Elke Berg weihte den Stein im Rahmen des sehr gut besuchten Festgottesdienstes am Sonntag ein. Dieser stand unter dem Thema „Feuerwehr“. Rahe und sein Stellvertreter Jörg Reinert verlasen die Fürbitten, die einzige weibliche Aktive, Jutta Brünger, las das Evangelium. Am Gedenkstein legte die Feuerwehr eine Blumenschale nieder. Anschließend klangen die Feierlichkeiten langsam aus.


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