Ehrenamtliche Seniorenbegleitung Kleine Hilfen für ältere Menschen in Melle

Von Simone Grawe

Erfolgreicher Abschluss: Die Teilnehmer des Kurses „Ehrenamtliche Seniorenbegleitung“ erhielten jetzt das Zertifikat. Foto: Landkreis OsnabrückErfolgreicher Abschluss: Die Teilnehmer des Kurses „Ehrenamtliche Seniorenbegleitung“ erhielten jetzt das Zertifikat. Foto: Landkreis Osnabrück

Melle. So lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben. Das ist der Wunsch vieler älterer Menschen. Für Senioren in Melle gibt es jetzt Unterstützung: 15 Teilnehmer haben einen Kursus als ehrenamtliche Seniorenbegleiter absolviert.

„Ein sehr schönes niederschwelliges Angebot für Senioren“: So beschreibt Marita Feller die Seniorenbegleitung. Die Gleichstellungsbeauftragte freut sich darüber, dass das seit zwei Jahren existierende Angebot des Landkreises nunmehr auch in Melle auf Interesse gestoßen und erfreulicherweise 14 Frauen und ein Mann den Kursus erfolgreich absolviert haben. Zum Abschluss erhielten sie in diesen Tagen ihre Zertifikate.

„Veränderte Familienstrukturen und berufliche Gegebenheiten führen aber heutzutage oftmals dazu, dass Angehörige allein diese Unterstützung nicht leisten können“, äußert sich Marita Feller. Und dort setzt der Kursus an.

Oft sind es die kleinen Dinge, die eine große Wirkung haben: Die Begleitung beim Einkauf oder bei Behördengängen, ein gemeinsamer Spaziergang, ein Arztbesuch oder die Möglichkeit, aus der Zeitung vorgelesen zu bekommen: „Der Besuch eines Helfers kann ein Stück Lebensqualität bedeuten und eine Entlastung für Angehörige sein“, beschreibt Marita Feller Sinn und Zweck des Angebots.

Von den Absolventen kommen elf Frauen aus Melle, eine aus Ostercappeln, zwei aus Bad Essen und ein Mann aus Wallenhorst. Seit April haben sie sich einmal wöchentlich im evangelischen Familienzentrum getroffen erhielten in 50 Stunden Theorie und 20 Stunden Hospitation das Rüstzeug für ihre Aufgaben. Sie erhielten zum Beispiel Einblicke in die Situation älterer Menschen, informierten sich über Alterserkrankungen, Einschränkungen in der Mobilität und entsprechende Hilfsmittel. Ergänzt wurde die Fortbildung mit einem hilfreichen Wissen zur Kommunikation und über die Rolle als ehrenamtlicher Helfer.

Der Kursus wird vom Seniorenservicebüro des Landkreises in Kooperation mit der katholischen Landvolkhochschule Oesede, der katholischen und der evangelischen Erwachsenenbildung angeboten. Nach dem Abschluss stellen sich die Absolventen bei ihrem Ansprechpartner vor. Der nächste Durchgang startet im September in Georgsmarienhütte.

„Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist es nötig, klare Strukturen und Netzwerke aufzubauen, die es älteren Menschen erleichtern, ihren Alltag möglichst lange eigenständig zu gestalten, pflegenden Angehörigen Entlastung zu bieten und die Vereinbarkeit von Beruf und Familienaufgaben zu ermöglichen“, sagt Marita Feller.

Schon jetzt mache sich bemerkbar, dass das Angebot der Seniorenbegleiter zunehmend gebraucht werde: „Gerade gestern habe ich wieder eine Verbindung vermitteln können“, betont Marita Feller.

Infos gibt es im Seniorenservicebüro des Landkreises bei Susanne Klesse, Telefon 0541/501-3208 oder per E-Mail: Seniorenservicebuero@lkos.de.