Melle setzt sich gut in Szene Juli: Diskussionen und Erfolge heizen ein

Von Dr. Stephanie Uhlhorn


Melle. In Melle ist ein heißer Monat Juli vorüber, in dem ein Rücktritt angedroht und einer vollzogen wurde. Im Bereich der Imagewerbung präsentierte sich die Stadt dank engagierter Bürger top.

Der Monat Juli begann heiß. Rekordtemperaturen sorgten für hitzefrei an den Schulen, zumindest in den unteren Jahrgängen, und für volle Freibäder. Passend zu den gut besuchten Bädern beschloss der Stadtrat die Eintrittspreise für das neue Hallenbad , das am 14. November öffnet und gerade Richtfest feierte. Erwachsene zahlen künftig vier Euro, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahren zwei. Beim Erwerb von Wertmarken fallen 2,80 Euro für Erwachsene und 1,40 für den Nachwuchs an. Freikarten, Kurzbadetarif und Wintersaisonkarte wird es nicht mehr geben, erhalten bleibt aber die Sommerkarte, die vom 15. März bis zum 15. September gilt.

Abkühlung hätte vielleicht auch der eine oder andere Oldendorfer brauchen können, als eine Diskussion um das Feuerwehrhaus in seinem Stadtteil entbrannte. Versehentlich präsentierte die Verwaltung im Finanzausschuss einen längst überarbeiteten Plan, in dem ein Haus im „Industrielook“ zu sehen war. Tatsächlich sei aber ein schmucker Anbau mit Pultdach geplant, wie Finanzdezernent Dirk Hensiek später mitteilte. Hierzu müsste allerdings der Parkplatz des Freibades überbaut werden, was vom Ortsrat einstimmig abgelehnt wurde. Der Parkplatz sei im Rahmen der Dorferneuerung entstanden, mit öffentlichen Mitteln gefördert worden und besitze mit Bäumen, Grünbeeten und der dortigen Bruchsteinmauer ortsbildgestaltenden Charakter, erklärte Ortsbürgermeister Peter Bungard. „Wenn das mit der Brechstange durchgesetzt wird, trete ich als Ortsbürgermeister zurück “, bezog er klar Position. Bungard favorisiert einen Neubau auf dem daneben liegenden städtischen Grundstück. Die Parteien verhandeln nun weiter.

Nicht mit Rücktritt gedroht, sondern gleich vollzogen hat ihn SPD-Ratsherr Peter Spiekermann . In der schon erwähnten Stadtratssitzung legte er sein Mandat für den Rat und in drei Ausschüssen nieder. Spiekermann verlässt die SPD, unter anderem wegen der Kehrtwendung zum Thema Vorratsdatenspeicherung, und hatte gehofft sein Mandat bis zum Ende der Legislaturperiode 2016 ausüben zu können. Das sei aber offensichtlich nicht gewünscht gewesen: „Wahrscheinlich fehlt das Vertrauen. Es scheint nicht mehr die Basis zu geben, um mit mir zusammenzuarbeiten.“

Eine andere Diskussion, die seit zweieinhalb Jahren geführt wird, könnte zu einem glücklichen Ende führen. Die Bundesregierung hat grünes Licht für die Teilerdverkabelung von Wehrendorf nach Gütersloh gegeben. Damit ist die wenigstens teilweise Erdverkabelung in Wellingholzhausen in greifbare Nähe gerückt, wie es von der Bürgerinitiative um Frank Vornholt gewünscht wurde.

Glücklich zeigten sich auch wieder die Mitarbeiter der Stadtbibliothek Melle-Mitte, die erneut vier Sterne beim bundesweiten Leistungsvergleich des Bibliotheksindex (BIX) erhielt. In allen vier Dimensionen (Angebote, Nutzung, Effizienz und Entwicklung) erreichte die Bibliothek jeweils einen goldenen Stern. „Diese Bibliothek gehört zur Spitzengruppe Deutschlands“, stellte der Erste Stadtrat Andreas Dreier fest. Ulrike Koop, die Leiterin der Stadtbibliothek, überreichte allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern als Dank für ihr Engagement Holzsternchen, die aus einem alten Dielenboden geschnitten worden waren. Auch die beiden Bueraner Autorinnen Ulrike Kroneck und Conny Rutsch brachten Melle im Juli ins Rampenlicht. Ihr „krimineller Freizeitführer“ „Wer mordet schon im Osnabrücker Land“ erschien im Gmeiner Verlag. Die pensionierte Hauptkommissarin Irmela Hagekötter (von Kroneck entwickelt) und der Fotograf Thaddäus Just mit seinem Terrier Vincent (Rutsch) ermitteln in elf Kurzgeschichten im Osnabrücker Land, wobei Melle einen hohen Stellenwert erhält. Das Besondere daran ist, dass die Geschichten mit 125 Freizeittipps verbunden sind, die auch den regionalen Lesern noch einige Ausflugsmöglichkeiten eröffnen.

Für Imagewerbung sorgte auch der WM-Pokal , der in Melle Station machte. Die neun Meller Fußballvereine hatten sich unter dem Sportdach um den Pokal beworben und mit einer ausgefallenen Bewerbung den Zuschlag erhalten. Bei einem Tag rund um den Fußball, bei dem unter anderem Ex-Nationalspieler Tobias Rau zu Gast war, ließen sich 2000 Bürger mit dem Pokal fotografieren.

Und dann gab es noch einen Abschied. Mit dem Ende der Ausstellung „Tabita, steh auf“ verabschiedete sich das Ehepaar Roswitha und Dieter Pentzek aus der aktiven Meller Künstlerszene. „Nun sind alle Bilder wieder an ihrem Platz, an den Wänden unseres Ateliers oder im Lager. Aber auch wir waren geschafft“, heißt es abschließend in einer Pressemitteilung des Paares.