Alle Fotos werden veröffentlicht Debatte um Hauptschule

Schülerinnen und Schüler der Wilhelm-Fredemann-Oberschule setzen mit ihrer Aktion ein Zeichen gegen Diskriminierung.Foto: Joel OliveiraSchülerinnen und Schüler der Wilhelm-Fredemann-Oberschule setzen mit ihrer Aktion ein Zeichen gegen Diskriminierung.Foto: Joel Oliveira

Melle. Ein angeblicher Fall von Diskriminierung in Melle schlägt weiter hohe Wellen. Schüler, Eltern und auch die Politik reagieren. Auf Facebook-Seiten überschlagen sich die Kommentare. Die Empörung ist groß und nachvollziehbar. Es geht um Abschlussfotos von Abschlussklassen.

Die Schulleiter Angelika Grobe (Lindenschule Buer), Sandra Apeler (Wilhelm-Fredemann-Oberschule) und Ludger Jansen (Ratsschule Melle) informierten per Brief vom 2. Juli 2015 ihre Elternräte darüber, dass es das Meller Kreisblatt ablehne, in diesem Jahr die entsprechenden Hauptschulklassen-Fotos zu veröffentlichen. Als Begründung sei angeführt worden, dass es sich bei einem Hauptschulabschluss um keine intellektuelle Leistung handele.

Der Brief der drei Schulleiter wurde über Facebook und andere Wege im Internet veröffentlicht. Ein Sturm der Entrüstung folgte.

Wir können das Entsetzen der Betroffenen und unserer Leser verstehen, auch wenn es nach unserer Überzeugung diese Aussage in diesem Wortlaut so nicht gegeben hat. Aber allein schon für den Eindruck, der entstanden ist, wir würden vermeintlich Hauptschüler und deren Leistung diskriminieren, können wir uns nur entschuldigen.

Diskriminierende Äußerungen sind in keiner Weise mit den publizistischen Grundsätzen des Verlags Neue Osnabrücker Zeitung vereinbar, zu der auch das Meller Kreisblatt gehört. Eine Bevorzugung einzelner Schulformen schließt sich überdies von selbst aus.

In Absprache mit der Lindenschule, der Wilhelm-Fredemann-Oberschule und der Ratsschule wird das Meller Kreisblatt alle Fotos der Abschlussklassen veröffentlichen. Damit folgt die Redaktion des Meller Kreisblattes der Praxis aus dem Vorjahr, als Abschlussfotos – allerdings nur einer – Hauptschule abgedruckt wurden.

Durch die vielen emotionalen und begründeten Reaktionen haben wir festgestellt, dass unsere bisherige Richtlinie nicht mehr geeignet ist, die Schulabschlüsse jeglicher Art zu würdigen. Wir bedanken uns bei den Schülerinnen und Schülern der Wilhelm-Fredemann-Oberschule. Die Botschaft ihres Aktionsfotos entspricht auch der Haltung von NOZ Medien: Diskriminierung hat keine Chance.

Chefredaktion

Neue Osnabrücker Zeitung


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