Bücherscheune übergibt Spenden Freude in Laos und Melle-Neuenkirchen

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Neuenkirchen. Ulrike Meyerdrees, Initiatorin der Schiplager Bücherscheune, ist aus Laos zurückgekehrt. Dort hat sie die eine Hälfte der bisherigen Einnahmen an die Bambusschule übergeben. Die anderen 1950 Euro erhielt der „Verein Lesen – Schreiben – Rechnen“ – zur großen Freude der beiden Neuenkirchener Schulen.

Von Anfang bis Ende Juni war Ulrike Meyerdrees in Nord-Laos unterwegs, um die in der unwegsamen Region von Ban Hatsa weit verstreuten Bambusschulen und eine Krankenstation zu besichtigen. Während dieses Aufenthaltes hat die Schiplagerin die in der Bücherscheune erzielten Einnahmen übergeben. „Wir haben zehn neue Wasserfilter für Familien installiert, um immer wieder auftretende Krankheiten durch bakteriell verunreinigtes Wasser einzudämmen“, berichtet sie von ihren teils beschwerlichen Reisen. Manche Dörfer sind nur nach mehrstündigen Wanderungen zu erreichen.

Andere Teile der 1950 Euro wurden für Instandhaltungen an den sogenannten Bambusschulen eingesetzt oder als Ausgabenerstattung für ehrenamtliche Helfer. „Während unseres Besuches grassierte Keuchhusten, sodass freiwillige Helfer zur Unterstützung der Krankenpfleger benötigt wurden“, gibt Meyerdrees Einblicke in ihre Erfahrungen vor Ort. „Derzeit ist Hilfe bei der Gesundheitsvorsorge noch dringlicher als unser eigentliches Ziel – die Bildungsförderung.“ Der Verein „Die Bambusschule“ hat in der abgelegenen Region seit 2006 zwei Grundschulen und eine weiterführende Schule aufgebaut. Außerdem unterstützt die Initiative ( www.die-bambusschule.de ) eine kleine, schlecht ausgestattete Krankenstation – die einzige im Projektgebiet.

Reiseliteratur für 50 Cent

„Die Bambusschulen in Laos sind mein Herzensprojekt“, so erklärt Ulrike Meyerdrees ihren Antrieb, nochmals einen Bücherverkauf durchzuführen. Bislang sind in der Schiplager Bücherscheune bei den Aktionen vor Weihnachten und Ostern fast 8000 Bücher verkauft worden. 20000 Bücher hatte eine Freundin in ihrem neu gekauften Haus in Bielefeld im Keller und auf dem Dachboden gefunden (wir berichteten). Das Gebäude gehörte einem verstorbenen Buchhändler, der seit Jahrzehnten von jeder Neuerscheinung ein oder zwei Exemplare zurückgelegt hat. So entstand der riesige Fundus von neuwertigen und teilweise sogar eingeschweißten Büchern.

„Wir haben es erst in den vergangenen Tagen geschafft, die letzten Kisten auszupacken und die Bücher grob für unsere nächste Aktion zu sortieren“, erklärt Manfred Fischer. So sind ab Samstag wieder ganz neue Bücher auf den Tischen in der Scheune zu finden: Sachbücher, politische Bücher, Biografien, Märchen, Kinderbücher, Prosa, Lyrik, Romane, Lexika, Ratgeber oder Bildbände. Jedes der neuwertigen Bücher wird wieder zum Einheitspreis von 50 Cent verkauft.

Hocherfreut über die erneute Öffnung der Schiplager Bücherscheune sind beide Neuenkirchener Schulen, denn die zweite Hälfte der Einnahmen erhält der „Verein Lesen – Schreiben – Rechnen“ (LSR), der sich in Neuenkirchen um Schulkinder mit besonderem Förderbedarf kümmert. „Wir sind dankbar, Nutznießer dieser außergewöhnlichen Aktion zu sein“, erklärt Sandra Apeler, Leiterin der Oberschule. Auch Grundschulleiter Michael Ehlhardt, die Förderpädagogen Achim Brune und Jana Westphal sowie der LSR-Vorstand mit Wolfgang Pante und Thomas Schulz wünschen den Organisatoren gute Umsätze und hoffen, dass sich viele Eltern kurz vor dem Ferienbeginn mit geeigneter und preiswerter Reise-Literatur eindecken.

Die Bücherscheune am Rexmannsweg 14 ist vom 4. Juli bis zum 12. Juli geöffnet: samstags und sonntags von 10 bis 20 Uhr, montags bis freitags von 15 bis 20 Uhr.


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