Schützenfest-Auftakt Herrenabend in Wellingholzhausen: 1000 Männer feiern

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Wellingholzhausen. Ein Programm von Männern für Männer: Der Herrenabend des Wellingholzhausener Schützenfestes lockte die Herrlichkeit am Freitagabend erneut aus ihrem trauten Heim.

Im Festzelt standen neben testosterongeladenen Plaudereien vom Herrenklo unter anderem humorige Seitenhiebe gegen das „Meller Kreisblatt“ und die Nachbarn aus Gesmold auf dem Zettel.

Die Ratten haben Reißaus genommen, dafür sind die Karnickel da – sogar auf dem Friedhof treiben sie ihr Unwesen. Doch wer dort die größere Plage ist, Karnickel oder Grabräuber, darüber wurden sich Conrad Vögeding, Karl-Heinz Stumpe und Manfred Hagedorn von der „Plattdeutschen Runde“ nicht so recht einig.

Erdkabel feels alright

Einigkeit herrschte allerdings über Landarzt Heinz Flacke. „Seine unkomplizierte Art hat er sich stets bewahrt“, berichtete Jürgen Hemker über den beliebten Arzt, der die Anekdoten über den „Goldfinger auf kleiner Hafenrundfahrt“ mit viel Humor aufnahm.

Die wohl gelungenste Darbietung des Herrenabends steuerten „Bitter und Co“ bei. Martin Hobelmann, Ewald und Martin Bitter, Thomas Pfeiffer und Andy Lux hatten die Sorgen und Hintergründe zur 380-kv-Leitung musikalisch umgesetzt und mit ihrem „Erdkabel makes me feel alright“ einen durchaus schmissigen Refrain präsentiert, den die Herren im Zelt begeistert mitsingen konnten. Da gab es dann sogar eine Zugabe, die einzige am Abend, bevor Sebastian Hecht auf der Bühne den Jungschützenpokal, einen überdimensionalen steinernen Bierpott, „für die besonderen Verdienste eines Jungschützen im Verein“, entgegennahm.

Michael Göcking, der von Theo Sewöster auf dem Akkordeon begleitet wurde, machte sich Gedanken um die bevorstehende 925-Jahr-Feier im Ort. Der Herrenabend-Debütant hatte für die feierwütigen Herren sogar eigens gestaltete Einkaufsbeutel parat. Der spaßige Aufdruck: Wir wissen, wie die Hase läuft – da kann Gesmold einpacken!

Im Rahmen einer kleinen Verkaufsveranstaltung brachte Göcking die Taschen an den Mann – einkaufen gehen müssen damit dann wohl doch eher deren Frauen, schließlich gehören lieb gewonnene Traditionen auch weiterhin gewahrt.

Apropos Tradition: Selbstverständlich bekam auch der ein oder andere Schützenbruder sein Fett weg. Besonders Peter Lumme und Gisbert Lemme, die auf dem Herrenklo Klartext redeten, ließen kaum eine „Sauerei“ aus dem örtlichen Klatsch und Tratsch aus. Vor dem Pissoir bewiesen beide ihre Manneskraft, indem sie Micha Lemme tatkräftig in der Not beistanden.

Die Spaßvögel Carsten Schulke und Christian Borgmann thematisierten in ihrem Auftritt die aktuelle Streikwelle. Nicht nur die Deutsche Bahn oder die Post gehen nämlich gerade streikend auf die Barrikaden, auch die drei Präsidenten des Wellingholzhausener Schützenvereins haben, nun ist es endlich geklärt, gestreikt, als das „Meller Kreisblatt“ wegen eines Berichts zum Landesleistungszentrum anrief. Und weil auch die Revolution der Frauen im Beutlingsdorf geschickt umgangen wird, wurde – traditionell ist das seit 1981 so – der alljährliche Zapfenstreichorden verliehen. Der ging in diesem Jahr an Ehrenbürgermeister Josef Falke.

Bei der Tombola ging der erste Preis, eine Ballonfahrt über den Grönegau, an Hermann Bredenstein und Heinrich Steinkühler. Der Gewinn ging ursprünglich an das Los 707, doch der Inhaber stiftete den Preis gerne an die beiden Herren aus dem Dorf weiter. Völlig unkompliziert, entgegen aller Traditionen und somit durchaus revolutionär.


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