Schau des Kunstvereins Vielfältige Kunst in der Alten Posthalterei Melle

Von Dr. Stephanie Uhlhorn


Melle. Der Titel passt. Die 13 Künstler des Kunstvereins Melle, die Auszüge ihrer Werke in der Alten Posthalterei präsentieren, verwenden unterschiedlichste Techniken und Materialien, um ihre Botschaften und Einsichten künstlerisch umzusetzen. „Kunstvielfalt“ heißt die am Donnerstag eröffnete Ausstellung.

Nicht jede Künstlerin beschränkt sich dabei auf eine Technik oder ein Material. So verwendet Jelena Reinert in ihren teils opulenten Werken unter anderem handgeschöpftes Papier, das sie mit verschiedenen Materialien bearbeitet. Ellen Kesten erstellt Materialcollagen mit Moos. Naturbilder werden von Moos umrankt und geben ihnen eine besondere Note. Auch Silvia Zschockelt arbeitet mit verschiedenen Mitteln und hat ihre Themen sehr eindrücklich verarbeitet. Einige Bilder zeigen die Flüchtlingsproblematik in Afrika. „Wir würden gerne bleiben“ lautet ein Titel, was der Betrachter angesichts der eingearbeiteten schönen Seiten des Kontinents sofort nachvollziehen kann. Rita Büttner setzt sich kritisch mit den Folgen des Einsatzes von Pestiziden und der Gentechnik auseinander. „Mutation“ heißen ihre Schmetterlinge, die aus Scherenschnitten gefertigt sind. Diese sind mit Farbe bearbeitet. Das Besondere: Die Flügel sind nicht symmetrisch, sondern zu unterschiedlichen Formen mutiert. „Es gibt schon mutierte Wanzen, ich möchte auf die Gefahren der neuen Techniken aufmerksam machen“, erklärt die Künstlerin.

Hubert Manke stellt Bleistiftzeichnungen aus, Egon Wermeier präsentiert ebenfalls Zeichnungen, allerdings kolorierte. Christel Heil beschäftigt sich in ihren überwiegend in Acryl gemalten Bildern mit „Bäumen“. Der Holzbildhauer Bernd Obernüfemann zeigt eine Skulptur, den „Homo Sapiens“, der die Entwicklungsgeschichte der Menschheit darstellen soll. Hildrun Balz, die aus Versehen nicht auf dem Flyer zur Ausstellung genannt wird, stellt Recycling-Mosaike aus, für die sie beispielsweise Scherben und Steine verwendet.

Wer die Alte Posthalterei betritt und links die Treppe hochgeht, wird von einem Rind empfangen, das so lebendig wirkt, dass der Besucher es am liebsten streicheln möchte. Barbara Niehoff-Knappe hat Bilder von Tieren, Kühe und ein Huhn, mitgebracht. Gabi Hörsting stellt gleich daneben Aquarelle aus. Häufig sind Frauen aus früheren Zeiten abgebildet, was Hörsting mit Gedichten einrahmt.

Neben den Zeichnungen sind in der gemeinsamen Ausstellung der Künstler in diesem Jahr auch erstmals Fotografien vorhanden. Conny Rutsch besticht in ihren Fotos durch den besonderen Blick auf Details, die bekannte Objekte neu erscheinen lassen. „Blickschüsse“ nennt sie ihre nicht bearbeiteten Fotos. Maria Otte hat sich mit Spiegelungen beschäftigt. So blickt sie zum Beispiel in eine Tubaöffnung, die durch die Spiegelung der Umwelt ein ganz anderes Aussehen erhält.

Hildrun Balz (Flöte) und Dieter Osuch (Trommel) eröffneten die Vernissage musikalisch, bevor Gabi Hörsting zur Begrüßung die einzelnen Künstler vorstellte. Die stellvertretende Ortsbürgermeisterin Edith Kaase, die die Ausstellung offiziell eröffnete, freute sich, dass Künstler in Melle Fuß fassen könnten. Sie forderte die Gesellschaft auf, der Kunst mehr Raum einzuräumen. „Der Geist ist etwas Höheres als der Intellekt. Hier kommt das Gemüt hinzu.“ Gabi Hörsting forderte die Gäste auf, das Gespräch mit den Künstlern zu suchen, da sich nicht alle einzeln vorstellen konnten. So kam es zu regen Unterhaltungen in der Posthalterei. Silvia Zschockelt meinte: „In dieser Ausstellung ist für jeden Geschmack etwas dabei.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Die Ausstellung läuft bis zum 28. Juni und ist mittwochs bis samstags von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11.15 bis 18 Uhr geöffnet.


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