Trecker haben schönen Sound Gesmolder restauriert alte Traktoren

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Gesmold. Wenn Werner Mörixmann an seinen alten Traktoren schraubt, schaut sein zweijähriger Enkel neugierig zu. Für den Kleinen gibt es nichts Schöneres, als mit Opa eine Fahrt mit einem alten Lanz zu machen.

Die Leidenschaft für Technik und Landmaschinen hat der 73-jährige Gesmolder quasi in die Wiege gelegt bekommen. Er wuchs auf einem Hof auf, den er mit seinem Vater und Bruder bewirtschaftete. Als sein Vater 1954 den ersten Trecker anschaffte, machte sich der junge Werner gleich mit dem Gefährt vertraut. Ganz im Gegensatz zu den Knechten, die damals auf dem Hof arbeiteten und mit der neuen Technik nichts zu tun haben wollten, nutzte Werner Mörixmann jede Gelegenheit, mit dem Traktor auf dem Hof herumzukurven.

Fünf Traktoren in der Sammlung

Später machte er eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker in einer VW-Werkstatt, setzte den Meister obendrauf und studierte noch Maschinenbau. Dass er dann Traktoren sammelte, war eher Zufall. „Ich wollte eigentlich lieber Autos restaurieren, vor allem Käfer. Aber dafür hatte ich keinen Platz. Dafür braucht man eine Halle“, erzählt er. So widmete er sich alten Lanz-Traktoren. Drei Stück davon stehen in seinem Garten, geschützt vor Wind und Regen unter einem Carport. Außerdem gehört ein Ursus, ein polnischer Traktor aus dem Jahr 1946, zu seiner Sammlung. Ein kleiner, grüner Deutz aus dem Jahr 1949 rundet die kleine Sammlung ab.

Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass Werner Mörixmann ein Händchen für alte Traktoren und andere motorisierte Schätzchen hat. Derzeit restauriert er eine alte 200er DKW aus den 50ern. Auch Käfer-Besitzer kommen gerne zu ihm und fragen um Rat.

Zwei Jahre lang restauriert

Den größten Traktor in seiner Sammlung, ein Lanz mit 60 PS aus dem Baujahr 1959, hat er zwei Jahre lang restauriert. „Der war total schrott“, erinnert sich Mörixmann. Aus Argentinien hatte er den Traktor über einen holländischen Händler gekauft. Bis auf die letzte Schraube musste er das Fahrzeug zerlegen. Die Karosserie war verbeult, die Elektrik verrottet, die Kupplung, das Lager und Lenkrad kaputt. Ersatzteile für alte Lanz-Traktoren findet Mörixmann bei Händlern in Holland, Belgien oder in Bremen. Viele Teile würden heute von spezialisierten Unternehmen originalgetreu nachgebaut, berichtet er.

Unnachahmlich ist jedoch das Motorengeräusch, das Mörixmann genauso begeistert wie die Optik. „Die haben so einen schönen Sound“, sagt er, lächelt und steigt auf, um mit dem Enkel spazierenzufahren.


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