Neues Konzept greift 560 Schüler besuchen Meller Berufsorientierungs-Parcours

Von Marita Kammeier


Melle. Das neue Konzept des Berufs-Orientierungs-Parcours (BOP) hat sich bewährt. Auszubildende haben Schülern in der BBS ihre Berufe erklärt, während diese an den einzelnen Ständen Modelle bauten oder mit dem Bagger Sand schaufelten.

Schulgruppen der achten Klassen aus sechs Meller Schulen und der Bissendorfer Oberschule durchstreiften die Pausenhalle und das Außengelände der Berufsbildenden Schulen. Ihr Ziel lautete: Bei mehr als 30 Ausstellern Einblicke und Informationen sammeln über ganz unterschiedliche Berufsprofile wie zum Beispiel Landschaftsgärtner, Erzieher, Maurer, Feinwerkmechaniker, Koch und Polizist.

„Keine Ahnung“

Wer weiß etwas über die einheimischen Unternehmen? Auf diese Frage eines Lehrers war nur ein mehrstimmiges „keine Ahnung“ zu hören. Also, ran an die Messestände, fragen und ausprobieren. „Hier baut jeder eine Holzschale“, erklärte der Tischler-Azubi Robin Hormann von Solarlux.

Großer Andrang herrschte auch bei Kevin Hülsmann und Steven Brinkmeier, den Azubis im ersten Lehrjahr der Firma Spies. Unermüdlich informierten die zwei über die Berufe Mechatroniker und Feinwerkmechaniker und halfen den Schülern zugleich beim Zusammenschrauben von kleinen filigranen Solarmodellen.

„Ein Huhn legt etwa 300 Eier pro Jahr. Die meisten landen jedoch nicht auf dem Frühstückstisch, sondern in der Industrie. Dort werden sie für die Produktion von Nudeln und Eis verwendet“, erzählte Jürgen Sixtus am Stand der Landwirtschaftskammer Schülern der Ratsschule. Djellza und Arijete meinten beeindruckt: „Das ist heute alles neu für uns. Wir haben so viele Anregungen erhalten und müssen noch mal drüber nachdenken, was wir beruflich machen wollen.“

„Was ist ein Fachwerkhaus?“ Die Zimmerer-Azubis Jan Niklas und Matthias erklärten den Schülern das Zusammenstecken der Hölzer. „Ganz schön kompliziert, aber spannend“, so lautete das Fazit von Noah und Sebastian.

So viel knifflige Handarbeit machte hungrig und durstig. Zum Glück nahte gerade der Catering-Service der BBS. 30 Schülerinnen der Hauswirtschaft und Pflege versorgten Besucher und Aussteller regelmäßig mit selbstgekochten Waren.

„Unser Ziel ist es, Jugendlichen von der Schulküche bis zur Holz-, Metall und Kfz-Werkstatt Einblick in die Berufspraxis geben. Das neue Konzept funktioniert“, erklärte Organisatorin Ina Wien-Tiedtke (Stadt). BBS-Schulleiter Hermann Krüssel: „Abiturienten wird heute oft ein freies Jahr gewährt. Wir sollten diese gesellschaftliche Chance des Reinschnupperns auch Jüngeren geben. Nicht jeder 14- und 15-Jährige muss wissen, welchen Beruf er im Alter von 40 Jahren ausüben will.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN