Zwei Nester, drei Jungstörche Meller Storchennachwuchs ist geschlüpft

Zwei hungrige Jungstörche reckten gestern ihre Schnäbel den Futter bringenden Elterntieren auf dem Nest entgegen. Foto: Norbert WiegandZwei hungrige Jungstörche reckten gestern ihre Schnäbel den Futter bringenden Elterntieren auf dem Nest entgegen. Foto: Norbert Wiegand

Melle/Riemsloh. In der Eue in Bakum sind seit Pfingsten zwei kleine Schnäbel über dem Nestrand zu erkennen, wenn ein Elterntier mit Futter zum Nest zurückkehrt. Im Krukumer Storchennest an der Straße „Allee“ ist offenbar ein Jungstorch geschlüpft.

Dass es sich in Bakum um zwei junge „Pfingststörche“ handelt, bestätigt auch die in der Nachbarschaft wohnende Familie Brüggemann, die ein Storchentagebuch führt. Bei einer Kontrolle des Nestes mit dem Fernglas vom Wegesrand aus entdeckt Uwe Schneider, dass einer der Altvögel beringt ist. „Es handelt sich um einen Ring der Vogelwarte Hiddensee“, erklärt der Mitarbeiter der Stiftung für Ornithologie und Naturschutz (SON).

„Damit ist klar, dass auch in Bakum mindestens ein anderer Storch als im Vorjahr brütet“, schlussfolgert der SON-Ornithologe Volker Tiemeyer. Außerdem sei es bei einer Beringung an der Ostsee sehr wahrscheinlich, dass der Storch zu den Vögeln gehört, die über die Ost-Route und den Bosporus in ihr afrikanisches Winterquartier ziehen.

Sorge um Futterangebot

„Ein Elternvogel sitzt immer auf dem Nest und hudert den kleinen Storch, während der andere auf Futtersuche ist“, hat Storchenfreundin Annette Tönsing in Krukum beobachtet. Nach ihrer Einschätzung ist es möglicherweise kein Nachteil, dass nur ein Jungvogel geschlüpft ist. Denn während der Trockenperiode bis Ende Mai hatte sie bereits Sorgen, dass das Futterangebot nicht ausreichend sein könnte. Die Zeiten, in denen die Elterntiere zur Futtersuche unterwegs waren, kamen ihr außergewöhnlich lang vor.

Nur zwei umherziehende Störche

Derzeit findet das Brutpaar ausreichend Futter, weil die Wiesen des Krukumer Reiterhofes gemäht werden. Ständig läuft ein Elternvogel neben dem Trecker her, der Gras mäht und Heu wendet. Die dann leichter zu findenden Schnecken, Käfer und sonstigen Insekten sind offenbar Leckerbissen für die Storchenfamilie.

Eine so große Ansammlung wie im Vorjahr mit bis zu 23 vagabundierenden Störchen hat es bis jetzt in Krukum noch nicht gegeben. Nur zwei umherziehende Störche haben sich blicken lassen und sind nach einigen Tagen weitergezogen.


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