Sammlung von Kurzgeschichten Meller Autor Wilhelm Fredemann wird neu verlegt

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Weckt die Lust, Fredemanns Werk neu zu entdecken: Über das frisch aufgelegte Buch freuen sich (von links) Biograf Gerhard Stechmann, Theodor Harder (Nachwort), Verlegerin Martina Bergmann, Christian Hoffmeister (Heimatverein), und Jürgen Krämer (Heimatbund). Foto: Petra RopersWeckt die Lust, Fredemanns Werk neu zu entdecken: Über das frisch aufgelegte Buch freuen sich (von links) Biograf Gerhard Stechmann, Theodor Harder (Nachwort), Verlegerin Martina Bergmann, Christian Hoffmeister (Heimatverein), und Jürgen Krämer (Heimatbund). Foto: Petra Ropers

Neuenkirchen. Der Schlachtenlärm des Zweiten Weltkriegs war gerade erst verklungen, da rüsteten in Oldendorf die Bauern auf Geheiß von Feldmarschall Montgomery zum Kampf: Auf Gut Ostenwalde traten sie an zum „Feldzug gegen die Frösche“. Die hintergründige Kurzgeschichte steht am Beginn des gleichnamigen Buches von Wilhelm Fredemann, das jetzt neu aufgelegt wird.

Mit feiner Ironie und wohl gesetzten Nadelstichen beschreibt Fredemann in seinem 1965 veröffentlichten Buch den Einzug der Briten auf Gut Ostenwalde. Der Feldherr schätzte nicht nur die umfangreiche Bibliothek sondern auch die idyllische Lage. Doch die Ruhe wurde jäh gestört, als im Frühjahr Legionen von Fröschen konzertant um weibliche Begleitung warben. Montgomery wäre nicht erfolgreicher Feldherr gewesen, hätte er vor der Übermacht der Amphibien einfach kapituliert.

Augenzwinkernd beschreibt Fredemann den Schlachtplan, dessen Ausführung und unvermeidliches Scheitern. Die Geschichte vom „Feldzug gegen die Frösche“ ist eine von 23 Erzählungen im gleichnamigen Buch. Der Borgholzhausener Bergmann-Verlag legt das Werk des Neuenkirchener Rektors und Schriftstellers neu auf – mit lesefreundlicher Typografie und einem modernen Cover.

„Ich habe die Geschichten gelesen und war bezaubert“, verriet die Buchhändlerin und Verlegerin Martina Bergmann, die sich mit ihrem Verlag der niveauvollen, regionalen Literatur verschrieben hat. Wilhelm Fredemann habe schöne Texte geschrieben, in einer klaren Sprache, die charakteristisch sei für die Gegend und die Menschen auf dem Land. Mit feinem, hintergründigem Humor beschreibt er das Leben seiner Zeit. Gesellschaftskritik werde nur sanft artikuliert, stellt Theodor Harder in seinem Nachwort fest.

Ohnehin sind meist es nicht die großen Namen, denen sich Fredemanns Erzählungen widmen. Es sind vielmehr Menschen wie der arbeitsscheue Emil Pinsel, der den Ordnungshüter an der Nase herumführt. Mit gutem Grund verlieh Martina Bergmann der Neuauflage den Untertitel „Geschichten von harmlosen Leuten einer friedlichen Landschaft“.

Volle Unterstützung erhielt sie für ihr Projekt von der Tochter Fredemanns als Inhaberin der Urheberrechte. Beratend stand ihr zudem Fredemann-Biograf Gerhard Stechmann vom Heimatverein Neuenkirchen zur Seite. Der Verein, der 2007 im Heimathaus eine Fredemann-Gedächtnisstube einrichtete, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Andenken des berühmten Sohnes von Neuenkirchen zu pflegen.

„Wir haben mit Freude zur Kenntnis genommen, dass sich der Bergmann-Verlag vorgenommen hat, Werke Fredemanns neu herauszubringen“, betonte der zweite Vorsitzende Christian Hoffmeister.

Ein positives Echo kam auch vom Heimatbund Osnabrück: „Der Heimatbund sieht in Fredemann eine Persönlichkeit, die weit über ihren Tod hinaus für vorbildliche Heimatarbeit in den Bereichen Schrifttum und Kulturpflege steht“, hob Vorstandsmitglied Jürgen Krämer hervor.

„Feldzug gegen die Frösche“ ist unter ISBN 978-3-945283-15-8 zum Preis von 9,90 Euro überall im Buchhandel erhältlich.


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