Viel Zeit zum „Loabern“ Blasdorfer treffen sich 69 Jahre nach der Vertreibung in Melle

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Hoch erfreut waren die Organisatoren Willfried Kirchner, Siegfried Kirchner und Ursula Brinkmann (von links), dass Heidi Pickard und die älteste Teilnehmerin Hedwig Engeler (rechts) wieder aus Bayern zum Blasdorfer Treffen gekommen waren. Foto: Norbert WiegandHoch erfreut waren die Organisatoren Willfried Kirchner, Siegfried Kirchner und Ursula Brinkmann (von links), dass Heidi Pickard und die älteste Teilnehmerin Hedwig Engeler (rechts) wieder aus Bayern zum Blasdorfer Treffen gekommen waren. Foto: Norbert Wiegand

Melle. „28 Teilnehmer, das ist eine beachtliche Zahl für unser Treffen 69 Jahre nach der Vertreibung aus dem Riesengebirge“, freute sich Siegfried Kirchner als Mitglied des siebenköpfigen Vorbereitungsteams über die gute Resonanz beim Blasdorfer Heimattreffen in Melle am Samstag und Sonntag.

Der Austausch von Neuigkeiten und Erinnerungen stand im Mittelpunkt des zweitägigen Treffens, bei dem auch auf die Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem 448 Einwohner zählenden Riesengebirgsort am Boberfluss zurückgeblickt wurde. Die Organisatoren hätten deshalb in den Programmablauf viel Zeit zum „Loabern“ (wie die Schlesier sagen) eingeplant, erklärte Kirchner. Die meisten Teilnehmer kamen aus Melle und Umgebung, aber einige hatten auch eine weite Anreise hinter sich.

Blasdorfer aus den USA und Kanada waren zwar diesmal nicht mehr gekommen, aber erneut war Hedwig Engeler aus Schongau am Lech (Bayern) dabei. Die 94-Jährige und älteste Teilnehmerin zählt zu den Hauptinitiatoren der Blasdorfer Heimattreffen, die seit Mitte der Siebzigerjahre im zweijährigen Rhythmus in Melle durchgeführt werden. „Im nächsten Jahr ist es 70 Jahre her, dass im Mai 1946 tausende Heimatvertriebene, großenteils in Viehwaggons, im damaligen Kreis Melle angkommen sind“, erklärte Kirchner. „Unser Wunsch zu diesem Jahrestag ist ein besonderes Gedenken in Melle, in welcher Form auch immer“, appellierte der Sprecher der Blasdorfer an die Stadt.

Während des Treffens gab es neben einer Kutschfahrt nach Bad-Essen-Brockhausen kurzweilige Vorträge, teilweise in schlesischer Mundart. Ebenso hatte das gemeinsame Singen einen hohen Stellenwert – vom „Riesengebürglers Heimatlied“ bis zu „Blaue Berge, grüne Täler“. Fotos an Stellwänden erinnerten an die alte Heimat und aktuelle Aktivitäten der Blasdorfer. Zur Begrüßung und zum Abschied wurde das vom verstorbenen Heimatfreund Heinz Rudolph getextete „Blasdorf-Lied“ gesungen.


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