Bericht im MDR Meller Axel Krahn erfindet optimalen Grill


Melle. Alle herkömmlichen Grills, auch die teuren Varianten, haben Nachteile. Damit wollte sich Tüftler Axel Krahn nicht länger abfinden. Deshalb hat der Freund frisch gegrillter Bratwürstchen jetzt seinen eigenen Grill konstruiert. Das Ergebnis ist ein ganz leicht zu bedienendes Gerät, auf dem das Grillfleisch stets gut gelingt.

„Früher hat mir der Grill vorgeschrieben, wie ich meinen Rücken zu halten habe – jetzt kann ich ihn so einstellen, wie es für mich bequem ist“, so beschreibt der zuweilen von Rückenschmerzen geplagte Axel Krahn seinen Antrieb, ein ganz neues Grillgerät zu entwickeln. An seinem Eigenbau lässt sich die Höhe des Grillrostes ebenso stufenlos verstellen wie die Schale mit der glühenden Holzkohle. Sämtliche Einstellungen des Grills werden dabei per Bildschirm-Berührung vom eigenen Smartphone oder Tablet-PC aus gesteuert.

Der Grillfreund gibt einfach die gewünschte Temperatur ein, beispielsweise 180°C für Grillwürstchen. Dank eines Temperatur-Sensors sucht sich das Gerät automatisch während des gesamten Grillvorganges den optimalen Abstand zwischen Rost und glühender Holzkohle. Die Schale mit dem Feuer dreht sich dabei, sodass der Wind in jedem Bereich für eine gleichmäßige Glut sorgen kann und damit quasi einen Schwenkgrill-Effekt erzielt.

Die einzige noch verbleibende manuelle Arbeit bleibt das Auflegen und Umdrehen der Würstchen. Sollten die Wurstenden dem zur Perfektion neigenden Griller noch zu hell sein, kann er die Würstchen senkrecht in einem speziellen Enden-Griller auf dem Rost platzieren.

Rost ist drehabr

Auch das Rost ist drehbar, um dem Koch stets eine individuell angepasste ergonomische Handhaltung mit der Zange zu ermöglichen. Die Gitterstäbe haben verschiedene Abstände, was die Befüllungsmöglichkeiten des Rostes verbessert. Außerdem können die Metallstangen herausgenommen werden, damit deren Reinigung erleichtert wird. Ebenso einfach zu säubern ist die abnehmbare Holzkohlen-Schale.

Ein mechanisches Kernstück des Grills ist der gute alte Flaschenzug, mit dem die Rosthöhe reguliert werden kann, die durch ein Gegengewicht in einer konstanten Position gehalten wird. Der 24-Volt-Strom des integrierten Akkus wird durch die Stahlseile des Flaschenzuges zu den Elektromotoren geleitet. Zu den weiteren technischen Feinheiten gehört die Ausstattung mit LED-Lampen, die an lauen Sommerabenden auch noch zu später Stunde für gute Lichtverhältnisse sorgen.

Axel Krahn hat sich schon als Kind für Technik interessiert, als Jugendlicher schraubte er gerne am Mofa. Bei Neuero erlernte der spätere Maschinenbau-Techniker zunächst den Beruf des Schlossers. Heute ist er Inhaber der Firma „Pro-Service Industriemontage“. Bei der Entwicklung seines optimierten Grills wurde er von seinem Mitarbeiter Sebastian Barmeier unterstützt. Der junge Elektro-Techniker widmete seine Diplom-Arbeit dem neu erfundenen Grill seines Chefs und erhielt dafür an der Fachhochschule Lemgo die Note „Eins“.

Der Meller Unternehmer denkt derzeit darüber nach, ob sich nach dem erfolgreichen Bau des Prototyps die Produktion einer weiter optimierten Kleinserie lohnen könnte. Auch das MDR-Fernsehen wurde bereits auf Axel Krahn aufmerksam. In der Sendung „Einfach genial“ des Mitteldeutschen Rundfunks soll am Dienstag, 5. Mai, ab 19.50 Uhr über die Erfindung des optimalen Grills aus Melle berichtet werden.


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