Schwierigkeiten mit Bankautomaten Meller Jusos diskutieren Probleme von Kleinwüchsigen

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Mit der Kleinwüchsigen Birgit Köhne diskutierten die Jusos (von links) Jonas Allewelt, Lorenz Brieder, Saskia Gehrke, Kathrin Hilgediek und der Kreisvorsitzende Daniel Schweer über Probleme von Menschen mit Behinderung. Foto: JusosMit der Kleinwüchsigen Birgit Köhne diskutierten die Jusos (von links) Jonas Allewelt, Lorenz Brieder, Saskia Gehrke, Kathrin Hilgediek und der Kreisvorsitzende Daniel Schweer über Probleme von Menschen mit Behinderung. Foto: Jusos

Melle. Ende Februar 2015 sollte im Naava Club in Melle die Veranstaltung „Project Naava“ stattfinden. Angelehnt an den Film „Project X“ (2012) sollte dort eine Party stattfinden, die unter dem Stichwort „Eskalation“ vermarktet wurde.

Eine Attraktion der Veranstaltung sollte der „Crazy Liliputaner“ sein: die Person, die einen Kleinwüchsigen fängt und in einen Käfig sperrt, bekommt eine Belohnung in Form einer Lounge für fünf Personen inklusive Bedienung durch den Gefangenen. „Dies kritisierten wir Jusos Melle in einer Pressemitteilung scharf und mussten hierbei auch viel Kritik, aber auch Lob einstecken“, sagt Lorenz Brieder, Sprecher der Jusos Melle.

Vor dem Hintergrund dieser Pressemitteilung kam die kleinwüchsige Birgit Köhne mit dem Wunsch einer Diskussion auf die Jusos zu. Diesem Wunsch kamen die Jusos nun nach.

Probleme bei Automaten

So habe das Verbot des Auftritts „Crazy Liliputaner“ durchaus auch in die Selbstbestimmung des Darstellers eingegriffen und wahrscheinlich einen finanziellen Ausfall zu bedeuten, argumentiert Köhne, „Natürlich haben wir als Menschen mit Behinderungen auch ein Recht, uns selbstbestimmt darstellen zu können.“

Neben dieser Nachbetrachtung wurde aber über Probleme im Alltag diskutiert. So gebe es zum Beispiel vor Diskotheken keine oder nur sehr selten Behinderten-Parkplätze. Ebenso hätten Kleinwüchsige Probleme bei Parkscheinautomaten und Bankautomaten, so Köhne, und weiter: „Hier ist also noch viel zu tun, vor allem in den Köpfen der Menschen, denn vielmals wird auch bei Umbauten nicht mal auf Barrierefreiheit, eines der Grundvoraussetzungen für eine funktionierende Inklusion, geachtet.“

Es müsse dafür gesorgt werden, dass niemand mehr durch irgendeine Behinderung behindert werde. „Dann könne man auch darüber nachdenken, das Wort Behinderung durch ein anderes zu ersetzen“, so der Juso-Kreisvorsitzende Daniel Schweer abschließend.


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