Bestäubung sichert Ernteertrag Fleißige Bienen fliegen im Meller Hobbygarten

Von Conny Rutsch

Dass der heimische Garten wichtig für Bienen ist, erklärt Siegfried Schünke an seinen Bienenstöcken. Fotos: Conny RutschDass der heimische Garten wichtig für Bienen ist, erklärt Siegfried Schünke an seinen Bienenstöcken. Fotos: Conny Rutsch

Gesmold. In einigen Wochen ist es wieder so weit: Der Hobbygärtner erntet die ersten Früchte aus seinem Garten. Erdbeeren, Kirschen und Johannisbeeren bereichern dann frisch die Speisezettel.

Um einen hohen Ernteertrag zu erzielen, freut sich der Gärtner über die Mitarbeit der Bienen. Diese wiederum ernten Nektar und Pollen und bestäuben nebenbei nicht nur die Blumen, sondern die Blüten von Obstbäumen und Beerensträuchern. „Ohne Bienen würde ein Drittel der derzeitigen Weltbevölkerung verhungern“, erklärt Siegfried Schünke, 1. Vorsitzender des Imkervereins Melle, der mit 63 Mitgliedern insgesamt 475 Bienenvölker betreut, die für die Bestäubung der Futterpflanzen wie Luzerne oder Klee für das Vieh so wichtig sind. Welche Mengen an Bienen sich in unseren Gärten tummeln, zeigt folgende Zahl: ein Volk beinhaltet 25000 Bienen und mehr, die sich eben auch um unser Obst kümmern.

Also freut sich der Hobbygärtner über die Bienen, die sich über seinen Johannisbeerenstrauch hermachen. Darüber muss der Imker allerdings schmunzeln, denn „einen Strauch schaffen zwei Bienen in kurzer Zeit“, sagt er. Die Bienen brauchen Massentrachten, also Rapsfelder oder Obstplantagen, um ihren Bedarf an Nektar und Pollen zu decken.

Für die Bienen ist aber im Spätsommer und Herbst der Hobbygarten besonders wichtig. Wenn im Juli der Honig aus den Waben geschleudert und geerntet worden ist, erhalten die Bienen ein kohlenhydrathaltiges Winterfutter, um in der kalten Jahreszeit mit ihrer eigenen Körperkraft Wärme im Bienenstock zu erzeugen. Pollen brauchen sie dann aber immer noch als Eiweißnahrung, um Nachkommen bilden zu können. Und jetzt wird der Garten oder auch der Balkon für die Bienen interessant, denn dort blühen, immer noch Dahlien, Rosen und viele andere späte Energielieferanten. Deren Pollen ist jetzt das bevorzugte Ziel der Bienen. „Diese Herbstblüher sollten allerdings weite, nicht gefüllte Blüten tragen, damit die Biene auch an den Pollen herankommt“, betont Siegfried Schünke.

Jeder Hobbygärtner kann sich einen Bienenstock in seinen eigenen Garten holen. Dafür muss er eine Grundschulung, die jährlich angeboten wird, beim Imkerverein besuchen und kann sich dort auch mit den nötigen Gerätschaften ausstatten. „Wenn er sich keine Schleuder anschaffen möchte, dann kann er seine Waben auch bei einem Imker schleudern lassen“, erklärt Siegfried Schünke. Eine Stunde pro Woche, mehr Zeit braucht die Pflege von zwei Bienenvölkern nicht. Die Arbeit der Bienen im Frühling sorgen für eine reiche Ernte des Gärtners. Im Herbst sind sie dann dankbar für das Pollenangebot im heimischen Garten.


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