Grofemeier: Vorzeigebetrieb Meller Tierhändler weist Peta-Vorwürfe zurück

Meine Nachrichten

Um das Thema Melle Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Bruchmühlen. Kleintierhändler Dennis Grofemeier, dem in der aktuellen Ausgabe des „Spiegels“ und in der ARD-Sendung „Report“ am Dienstagabend vorgeworfen wird, Tiere nicht sachgemäß zu behandeln, weist diese Anschuldigungen zurück. Tatsächlich ist bei ihm alles blitzblank.

Ein unangekündigter Besuch am Mittwochmorgen. Grofemeier lächelt und überlegt nicht eine Sekunde, ob er den Berichterstatter des „Meller Kreisblatts“ in seinen Betrieb lässt. Im Gegenteil. Jede Ecke wird gezeigt, die Hamster, die Kaninchen, die Voliere. Alles hell, alles sauber.

Grofemeier sagt, der Mann vom „Spiegel“ habe angerufen, und behauptet, er Grofemeier, sei immer wieder als positives Beispiel eines Händlers genannt worden und deshalb wolle man mit ihm sprechen. Er habe abgelehnt, der „Spiegel“-Mann kam trotzdem. Darüber und über dessen Auftreten habe er sich geärgert und den Reporter deshalb nicht durch die Betriebsräume geführt. Das sei im Nachhinein vielleicht ein Fehler gewesen. Einige wenige Fragen habe er beantwortet, die Antwort, „Das ist dann wahrscheinlich nicht in Ordnung“, sei im TV-Bericht so geschnitten worden, dass er sich quasi selbst belastet habe. Er habe damit aber auf Vorwürfe gegen einen Züchter geantwortet (siehe Online-Bericht ).

Grofemeier betont, dass die Qualität der Tiere für ihn wichtig sei, denn die bedeute bares Geld. Tatsächlich ist er überzeugt, einen Vorzeigebetrieb zu führen, der seinesgleichen sucht. Er verweist auf seine Internetseite von 2014 (www.zoobedarf-grofemeier.de) , die zahlreiche Fotos beinhaltet, klimatisierte Räume für die Tiere –„so etwas hat kein anderer Betrieb“ –, zeigt das eigens für den Tierarzt eingerichtete Untersuchungszimmer, die Toilette. Alles sauber und aufgeräumt.

Der Tierarzt, Marc Wachholz, bis vor kurzem in Melle-Buer in einer Tierklinik tätig, jetzt in Vlotho, kommt zu monatlichen Kontrollbesuchen nach Bennien. Seit August 2014 hat Wachholz monatlich per Unterschrift bestätigt, dass es „keine Auffälligkeiten“ gebe. Wachholz betont auf Anfrage unserer Redaktion, dass bei Grofemeiers professionell gearbeitet werde, dass frisches Obst und Gemüse verfüttert wird und der Betrieb sich stets sauber präsentiert habe. Die Tieruntersuchungen hätten keine relevanten Beanstandungen ergeben.

40 Prozent Umsatzminus

Grofemeier handelt seit 2001 mit Kleintieren. „Das ist mein Leben. Ich lebe dafür“, sagt er. Nach der Ausstrahlung des Berichts am Dienstagabend im Ersten habe er viele Anrufe erhalten, alle mit Rückendeckung.

Zwei große Zoofachketten haben sich zwischenzeitlich ebenfalls gemeldet, sie wollen nicht mehr mit Grofemeier zusammen arbeiten. Ungefähr 40 Prozent Umsatz hingen an diesen beiden Kunden, sagt der Tierhändler.

Die Staatsanwaltschaft in Osnabrück bestätigte derweil am Mittwoch, dass die Tierschutzorganisation Peta Anzeige gegen Grofemeier erstattet hat. Bildmaterial von Peta war im „Report“-Bericht gezeigt worden. Grofemeier hat seinerseits Anzeige gegen Peta erstattet, weil die nachts bei ihm eingebrochen seien, um zu filmen.

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, sei die Peta-Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz per Fax eingegangen. Das angekündigte Bildmaterial stehe noch aus. Erst nach dessen Sichtung will die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob weitere Ermittlungen geführt werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN