Herstellung von Honig Fleißige Bienen in der Dorfimkerei Neuenkirchen

Von Sigrid Sprengelmeyer



Neuenkirchen. Ein Glas selbst gemachter Kefir, eine Scheibe Dinkelbrot frisch aus dem Ofen und darauf köstlicher selbst geschleuderter Sommerblütenhonig. Ein Frühstück könnte nicht schmackhafter sein.

Vor 15 Jahren traf Peter Stapel aus Neuenkirchen in seinem Urlaub in Seesen auf einen Berufsimker und hielt bei ihm Einblicke in die Geheimnisse der Bienenhaltung und der Herstellung von Honig.

„Irgendwann werde ich das mal machen“, ging es Peter Stapel durch den Kopf. An eine konkrete Umsetzung war aber noch lange nicht gedacht. Gut Ding will eben Weile haben. In den nächsten 15 Jahren gab es immer mal wieder zufällige Begegnungen mit verschiedenen Imkern, und im Jahr 2011 endlich war der gut behütete Gedanke dann reif für die Umsetzung. Peter Stapel meldete sich und seine Frau Ulrike zu einem Imkerkurs in Rietberg an.

Bienenvolk wächst

„Angefangen habe ich mit dem Ableger eines Bienenvolkes. Aus einem Bienenstock wird eine Brutwabe entnommen, mit heranwachsendem Nachwuchs und den ansitzenden Bienen. Die Wabe wird in einen separaten Kasten gehängt, und man versorgt sie zunächst mit fertigem Sirup. Das Bienenvolk wächst und ist im folgenden Jahr schon ein Wirtschaftsvolk, das einträgt. Der erste Honig kann geschleudert werden“, erklärte der Hobbyimker.

Heute haben die beiden sieben Bienenvölker in Neuenkirchen und sechs in Suttorf. Und es verbirgt sich hinter dem, für den Menschen oft angstbesetzten Wort „Bienenvolk“ ein wahres Wunderwerk. Jedes Volk braucht eine Königin. Das Bienenvolk wählt sie sich genau aus. Zunächst werden ein paar vom Volk ausgewählte Larven von den Arbeiterinnen mit dem bekannten Gelee Royal gefüttert.

Diese spezielle Nahrung wird in den Futterdrüsen am Kopf dieser Arbeiterinnen produziert und führt dazu, dass sich aus einer gewöhnlichen Larve eine Königin entwickelt. Schlüpft dann die erste Königinnenanwärterin aus, beginnt sie sofort die Wabenzellen der Mitbewerberinnen aufzubrechen und die Konkurrentinnen zu töten. „Es kann auch passieren, dass das Volk mit der erstgeschlüpften Königin nicht einverstanden ist, dann beginnen sie die Wabenzelle ihrer Favoritin vor der Erstgeschlüpften zu verteidigen und töten sie oftmals“, erklärte Peter Stapel.

Der Dorfimker von Neuenkirchen hält seine Bienenvölker ökologisch und bekämpft die Varroamilbe ausschließlich mit natürlichen Säuren wie Ameisensäure, Oxalsäure oder Milchsäure und erklärt: „Während des Aufbaus unserer Imkerei haben wir von Beginn an mit zertifiziertem pestizidfreien Wachs („Bio-Wachs“) gearbeitet und betreiben seitdem einen sogenannten „geschlossenen Wachskreislauf“, das heißt, wir verwenden ausschließlich eigenes Wachs. Das garantiert uns auch weiterhin rückstandsfreies Wachs und unbelasteten Honig. Peter Stapel schleudert seinen Honig zweimal im Jahr, einmal nach der Rapsblüte und einmal nach der Lindenblüte. „Aber letztendlich ist es für uns immer wieder spannend, denn es ist nie vorherzusagen, für welche Blütenquelle sich die Biene vorrangig entscheidet“, erklärt Dorfimker Peter Stapel mit einem Lächeln.


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